Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Borussia Dortmund nach 26 Spieltagen in der Saison 2014/2015

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Nur noch acht Spieltag sind in der Bundesliga zu spielen.

Nach dem desaströsen Abschneiden in der Hinrunde hat sich Borussia Dortmund in der Bundesliga wieder berappelt und auch die Runde der letzten Acht im DFB-Pokal erreicht.

Nur in der Champions League ist erstmals seit längerer Zeit bereits im Achtelfinale Schicht im Schacht. Nach einem recht ausgeglichenen Hinspiel in Italien gab es gegen Juventus Turin eine böse Packung.

Aber der Reihe nach in meinem Rückblick auf die vergangenen Spieltage.

Beeindruckender 50. Erfolg im Revierderby

Vor dem Derby bin ich irre nervös gewesen. Die drei Siege gegen Abstiegskandidaten waren zwar klasse, aber auf dem Papier waren die Schalker als Vierter der Liga eine ganz andere Hausnummer. Um die Nervosität in den Griff zu bekommen, bin ich vormittags erst mal gelaufen – und durfte gleichzeitig meinen ersten erfolgreichen Halbmarathon bejubeln.

Dann war es endlich soweit und das Duell der beiden Revierklubs begann. Die Dortmunder legten los wie die Feuerwehr und hatten beste Chancen. Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang und Co. stürmten das Schlümpfe-Tor und weckten beinahe nostalgische Erinnerungen an längst vergessen geglaubten Champagner-Fußball. Die Dortmunder Dominanz ließ die Frage zu, welches Team abstiegsbedroht und welches Team um den Einzug in die Champions League kämpft.

Einzig und allein die Chancenverwertung des BVB ließ zu wünschen übrig und als es nach einer Stunde immer noch torlos unentschieden stand, hatte ich Sorge, dass die Schlampigkeit im Abschluss rächen sollte. Andererseits fand Schalke nicht wirklich statt und war harmlos wie seit Ewigkeiten nicht mehr in einem Derby.

Auch ich kam unerwartet zu einer Huldigung vom BVB. Der Twitter-Account der Schwarz-Gelben hatte meinen Tweet in der zweiten Halbzeit an seine zig tausend Follower retweetet und ich habe ein ungewohnt großes Echo mit zahlreichen Favs und Retweets erhalten:

Zu dem Zeitpunkt stand es immer noch torlos unentschieden und ich war der Verzweiflung nah. Doch dann kamen die unglaublich intensiven 108 Sekunden in der 78. Minute. Oder auch: die königsblaue Mauer fällt unter schwarzgelbem Dauerdruck. Erst markierte Pierre-Emerick Aubameyang mit seinem zehnten Saisontor auf Vorlage von Henrik Mkhitaryan das längst fällige und hochverdiente 1:0 und weniger als zwei Minuten später konnte Mkhitaryan selbst auf 2:0 erhöhen.

Marco Reus belohnte sich für seine Top-Leistung vier Minuten vor Schluss mit dem 3:0, als er Gelsenkirchens Youngster Wellenreuther düpierte und schlitzohrig zum Endstand einnetzen konnte. Ein wahnsinnig einseitiges und wahnsinnig schönes Revierderby hatte seinen verdienten Abschluss gefunden. Es war nicht weniger als der verdienteste Derbysieg aller Zeiten.

Ich hatte Freudentränen in den Augen und konnte mich nicht erinneren, wann Borussia ein Derby so dominiert hat wie an diesem Nachmittag. Der Coup mit der Maskerade nach dem Führungstreffer von Aubameyang und Reus als Batman und Robin war auch lange nach dem überzeugenden Sieg in aller Munde.

Als ich auf dem Kalenderblatt vom Februar Fotos des jüngsten Sohnes mit der gleichen Kostümierung entdeckt hatte, waren die Ähnlichkeiten mit dem Film Batman und Robin befreien den BVB unverkennbar:

Mein jüngster Sohn war an Karneval auch als Batman unterwegs 🙂 #BVB #bvbs04 @bvb09 #Batman @aubameyangpe Ein von Marc (@ostwestf4le) gepostetes Foto am

Übrigens: Gleich vier Dortmunder hatten es am 23. Spieltag in die Elf des Tages im kicker Sportmagazin geschafft: Mats Hummels, Oliver Kirch, Ilkay Gündogan und Nuri Sahin durften sich die Auszeichnung verdientermaßen abholen. Und die 11 Freunde erklären, wie der BVB zu alter Spielstärke fand.

Die erfolgreiche Serie wurde darüber hinaus auf vier Siege in Folge ausgebaut. Und der BVB gewann damit in der Rückrunde schon genauso oft wie in der kompletten Hinserie. Außerdem gab der BVB so viele Torschüsse (31) ab wie nie zuvor in einem Bundesliga-Derby gegen Schalke seit Beginn der Datenerfassung 1992. Diese 31 Torschüsse bedeuteten zugleich die Einstellung des ligaweiten Saisonrekords (Bayern gegen Freiburg).

Ohne Gegentor in Dresden im DFB-Pokal-Achtelfinale

Nur drei Tage nach dem überragenden Sieg im Derby ging die Reise nach Dresden zu einem alten Bekannten. Schon im Oktober 2012 musste der BVB im Pokal gegen die Sachsen antreten – und behielt sowohl damals als auch dieses Mal die Oberhand.

Marco Reus musste bereits nach zwanzig Minuten nach einer rüden Attacke eines Dresdners das Feld verlassen. Und auch Ciro Immobile wurde übel mitgespielt, als er kurz vor dem Seitenwechsel mit einem Ellbogenschlag im Gesicht blutend behandelt werden musste. Doch Ciro gab die Antwort auf dem Platz.

In der zweiten Halbzeit markierte der Stürmer beide Treffer zum verdienten, wenn auch nicht glanzvoll herausgespielten Arbeitssieg. Ciro bestraft Dresden konnte Nick treffend zusammenfassen. Ich habe mich nach den beiden Toren des Italieners mit Blick auf das Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin als Prophet versucht:

Nach diesem Sieg feiert der BVB übrigens zum 15. Mal den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Am Mittwoch, 8. April 2015 kommt es zum Bundesliga-Duell gegen die TSG Hoffenheim. Die Breisgauer müssen im Westfalenstadion antreten.

Die Siegesserie reißt beim Hamburger SV

Nach zuletzt vier Siegen in Folge gab es beim HSV „nur“ ein torloses Unentschieden. Vor dem Hintergrund, dass die letzten vier von fünf Spiele gegen die Hanseaten mit einer Niederlage geendet haben, kann das Resultat durchaus als Erfolg gewertet werden.

Es war nicht viel, das von den ersten 45 Minuten hängen geblieben ist: Dortmund agierte mit mehr als 70 Prozent Ballbesitz optisch überlegen, war aber nur wenig präzise bei den Pässen nach vorn. Demzufolge gab es nur eine echte Torchance von Pierre-Emerick Aubameyang.  Die Hamburger hingegen fielen mehr durch ihre Fouls und die eine oder andere gefährliche Konterchance auf.

In der zweiten Hälfte kam Kevin Kampl für den blassen Shinji Kagawa. Dortmund spielte fortan deutlich druckvoller. Kampl und Marco Reus hatten dann auch zwei gute Chancen nach 55 Minuten.  Doch auch der Doppelwechsel eine Viertelstunde vor dem Ende (Ciro Immobile für Aubameyang und Jakub Blasczykowski für Henrikh Mkhitaryan) brachte keine Verbesserung im Ergebnis.

Es blieb torlos. Waren es zwei verschenkte Punkte? Nein, denn dafür war Dortmund insbesondere in der ersten Halbzeit zu harmlos. Ja, denn 9:1 Torschüsse in Halbzeit 2 gegen rustikale Hamburger sprechen eine klare Sprache und belegen, dass mehr als ein Remis möglich war. Das gleiche Resümee zieht Nick und weiß: Läuft wieder nicht gegen den HSV. Oder um es mit Spielverlagerung.de zu sagen: Limitierte Torlosigkeit in Hamburg.

Erneut torlos: Nullnummer gegen den 1. FC Köln

Auch gegen den 1. FC Köln sollte es nicht zu einem Sieg im von Jürgen Klopp als Sechs-Punkte-Spiel deklarierten Aufeinandertreffen reichen. Wie schon gegen den HSV waren die Borussen in Sachen Ballbesitz überlegen, doch klare Torchancen gab es so gut wie keine.

Stattdessen waren die Rheinländer, wenn sie aus ihrer massiven Defensive nach vorn gestürmt sind, bei Kontern blitzgefährlich. Gleich mehrmals musste Roman Weidenfeller gegen die schussbereiten Stürmer des FC retten.

Am Ende blieb die Erkenntnis nach dem 0:0, dass die Reise nach Europa in der kommenden Saison wohl ohne Borussia Dortmund stattfinden wird. Oder auch: Dem BVB geht die Offensivpower aus.

0:3 und Aus in der Champions League

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar. Nach der knappen – und unnötigen – 1:2-Niederlage im Hinspiel reichte dem BVB ein knappes 1:0 für den Einzug ins Viertelfinale. Kevin Kampl gab sein Debüt auf der europäischen Bühne und Sokratis ersetzte Oliver Kirch auf der rechten Seite.

Mit dem frühen Tevez-Tor nach nicht einmal drei Minuten war der Matchplan der Borussen über den Haufen geworfen. Der Fernschuss aus zwanzig Metern schlug in den linken oberen Winkel ein und Roman Weidenfeller sah beim Gegentreffer nicht gut aus.

Nicht gut sah auch die gesamte Dortmunder Offensive aus. Weder Marco Reus noch Pierre-Emerick Aubameyang konnten überzeugen. Die erste Torchance der Schwarz-Gelben in der 63. (!) Minute war der Beleg für das harmlose und ideenlose Spiel der Borussen.

Aber auch die Defensive erwischte am Mittwoch Abend einen gebrauchten Tag und musste nach dem zweiten Gegentreffer auch noch das 0:3 fassungslos zur Kenntnis nehmen. Jürgen Klopp fasste nach der Pleite treffend zusammen:

Juve war klar besser als wir. Wir waren zu harmlos. Uns hat jegliche Durchschlagskraft gefehlt. In den entscheidenden Räumen fehlt uns die Kompromisslosigkeit. Wer nicht schießt, kann auch nicht treffen. In der Champions League haben wir keine Berechtigung, weiter zu spielen.

Mit der Niederlage endet vorerst die europäische Reise von Borussia Dortmund. Nach vier Jahren und 45 Spielen in der Champions League wird es – mindestens – die nächsten eineinhalb Jahre keine Königsklasse mehr im Westfalenstadion geben. Das Juve-Debakel beendet Dortmunds Ära, meint Patrick.

Mehr dazu habe ich übrigens unter Adios, Champions League! Es war eine schöne Zeit geschrieben.

Auswärtssieg bei Hannover 96

Die Reise an die Leine ist für den BVB immer eine gute Reise. Meist kehren die Borussen als Sieger zurück. So war es auch in diesem Spiel.

Es wäre allerdings mehr als schmeichelhaft, den 3:2-Sieg nach dem Doppelpack von Pierre-Emerick Aubameyang und Shinji Kagawas erstem Treffer nach 1.200 torlosen Minuten als glücklich zu bezeichnen. Denn hätte der Ex-Dortmund Leonardo Bittencourt beim Stand von 1:1 nicht die gelb-rote Karte kassiert, wäre die Begegnung womöglich ganz anders ausgegangen.

Dortmund nutzt Überzahl, fasst Nick die neunzig Minuten in Niedersachen zusammen. Aber sei´s drum: gewonnen ist gewonnen. Der Auswärtssieg hat die Serie von sieben ungeschlagenen Spielen in Serie mit 17 Punkten (fünf Siege und zwei Remis) weiter ausgebaut und den Abstand auf die Abstiegszone weiter vergrößert.Borussia Dortmund Saisonverlauf Fieberkurve Saison 2014 2015 BVB

Und wie geht es weiter?

Nach der Länderspielpause stehen drei wegweisende Begegnungen auf dem schwarz-gelben Spielplan. Ostersamstag kommt Tabellenführer Bayern München ins Westfalenstadion, unter der Woche geht es gegen Hoffenheim um den Halbfinal-Einzug im DFB-Pokal und am darauffolgenden Samstag muss sich der BVB in Gladbach bei der falschen Borussia behaupten.

Danach wird feststehen, ob die „Saison zum Abgewöhnen“ noch eine einigermaßen ordentliche Wende bekommt oder ob es bei einem Verbleib im Niemandsland der Liga bleibt.

Autor: Marc

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