Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Die Fahrt nach Bad Oeynhausen und das ewige Warten

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Am Donnerstag Morgen bin ich noch optimistisch gewesen, dass die Operation meines Vaters am Donnerstag stattfinden kann.

Doch damit war es am Mittag rasch vorbei. Als ich von Düsseldorf aus mit dem Regionalexpress durchs Ruhrgebiet gedüst bin, musste ich erfahren, dass der Operationstermin an diesem Tag nicht stattfindet, weil einige Transplantationen ungeplant dazwischen gekommen sind. Ein weiterer Tag Warten bedeutete das.

Das Gute am Schlechten war allerdings, dass ich meinen Dad im Krankenhaus besuchen konnte. Na ja, halb gut war es, denn ich habe einen riesengroßen Horror vor Krankenhäusern. Weniger als Patient, sondern viel mehr als Besucher im Krankenhaus. Besuche im Krankenhaus sind aus meiner Sicht – von Geburten abgesehen – immer mit Sorgen, Schmerzen und Schlimmerem verbunden. Mich zieht ein Besuch im Krankenhaus immer herunter.

Doch ganz so schlimm war es dann doch nicht. Meine Mum hat mich vom Bahnhof abgeholt und wir haben anschließend meinen Vater im Café Finselbach getroffen und ich habe mich mit einer Gulaschsuppe und alkoholfreiem Herforder Pils gestärkt. Außerdem konnte ich an dem Aufklärungsgespräch zur Operation teilnehmen und mein Respekt vor dem Eingriff wuchs erneut ein gehöriges Stück. Doch die Ärztin beruhigte meinen Nerven auch, weil sie das Vorgehen verständlich erklärt hat und Ängste nehmen konnte.

Emotionaler Ausnahmezustand

Am Donnerstag Nachmittag stand fest, dass die Operation am Freitag um 12 Uhr stattfinden soll. Nach einer ruhigen Nacht mit zehn Stunden Schlaf wurde ich am Morgen von der weißen Pracht begrüßt. Der Schneefall, der am Vorabend eingesetzt hat, hat ganz Bad Oeynhausen in ein Winterwunderland verwandelt.

Nach einem Frühstück in der Pension bin ich mit Mum ins Krankenhaus gegangen und dann ging es ganz schnell. Der OP-Termin wurde auf 11 Uhr vorverlegt und mein Dad hatte bereit das OP-Hemd an und die Koffer für die Intensivstation gepackt. Die Anspannung beim Patient, meiner Mutter und mir stieg. Das Warten hatte ja bald ein Ende, aber die Nerven waren angespannt.

Und nicht nur wir drei waren angespannt. Die Liebste war mit den Kids in Kleinenbroich und hatte eine Kerze angezündet und mir stiegen die Tränen beim Anblick des Fotos in die Augen.

Liebe kennt keine Entfernungen

Die Tage vor der Operation haben mich meinem Vater und meiner Mutter noch mal viel näher gebracht. Als Familie sind wir auch noch enger zusammengerückt – auch über die Distanz hinweg. Liebe überbrückt alle Entfernungen.

Ich bin froh, dass ich bei meinem Vater bis kurz vor der Operation geblieben bin. So war ich ihm nah, auch wenn es nicht viel zu sprechen gab. Das ist anders, wenn ich 240 Kilometer entfernt bin und nur in Gedanken bei ihm sein kann. Es macht die Anspannung und Sorgen erträglicher.

Aber zurück zur Operation. Mein Dad hatte gegen neun Uhr die Beruhigungstabletten bekommen und war entsprechend müde und schläfrig. Gemeinsam mit meiner Mum habe ich die unendlich erscheinenden Stunden der Operation verbracht. Das Warten macht dich wahnsinnig. Für 11 Uhr war am Freitag die Operation angesetzt und es wurde halb elf, viertel vor elf, elf und viertel nach elf, halb zwölf und viertel vor zwölf – nichts tat sich.

Die Stille im Krankenzimmer mit dem schlafenden Patienten hatte fast etwas Meditatives. Ich blieb trotz der Anspannung ruhig. Es tat gut, meinen Vater in der Nähe zu wissen und das machte das Warten erträglicher. Auch um halb eins gab es nichts Neues. Auch das Nachfragen bei den Stationsschwestern brachte keine neuen Erkenntnisse.

Wann geht es endlich weiter? Wann wird endlich operiert?

Autor: Marc

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3 Kommentare

  1. War in den letzten Wochen auch ein paar Mal dort: Mein Vater (84 J.) ist vor 2 Wochen dort operiert worden (künstliche Herzklappe). Alles Gute Euch.

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