Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

En de Canon Düsseldorf Altstadt Eingang Schild

Lahmer Service, gutes Essen: En de Canon in Düsseldorfs Altstadt

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Gerade mal acht Tage war mein letzter Besuch in der Düsseldorfer Altstadt her und prompt fand ich mich am Donnerstag Abend wieder an der längste Theke der Welt.

Nach der Brauerei Füchschen Alt war diesmal das En de Canon in der Zollstraße nahe der Rheinufer Promenade das Ziel.

Mein Chef hatte einige Kollegen und mich eingeladen und wenn der Boss einlädt, kannst du dich nur zwischen einem Ja und einem Ja entscheiden.
En de Canon Düsseldorf Altstadt Eingang Schild Ich habe mich für das Ja entschieden und fand mich gegen sechs Uhr abends in der mit dunklem Holz eingerichteten Lokalität wieder.

Die Geschichte des En de Canon geht bis in das 17. Jahrhundert zurück und ist in dieser Zeit zu einer Institution am Rhein geworden. Neben Altbier im Ausschank rühmt sich das Lokal seiner urrheinischen Spezialitäten, die auf der Speisekarte zu finden sind.

Rustikale Einrichtung, mäßiger Andrang

Als ich das En de Canon betreten habe, war der Andrang gelinde gesagt überschaubar. Zwei, drei Tische waren von Gästen im gesetzten Alter belegt und ansonsten waren viele leere Plätze zu sehen. Anders als in anderen Restaurants in Düsseldorf üblich, war das Publikum in En de Canon an diesem Donnerstag Abend auch eher Ü50-lastig.

Aus den Lautsprecherboxen plätscherten französische Chansons und ich habe mich eher an den Eiffelturm in Paris als an das Rheinland erinnert gefühlt. Wir waren eine Gruppe von zehn Gästen und hatten schnell an den reservierten Tischen Platz genommen und die Getränke bestellt.

Wer in Düsseldorf ist, trinkt Altbier, also war eine Runde Altbier schnell Konsens. Auf den Wunsch eines Autofahrers, eine alkoholfreies Weizen zu bekommen, wurde mit einem Kopfschütteln reagiert und stattdessen ein alkoholfreies Jever Pils in Aussicht gestellt.

Als der Kellner die Runde Alt gebracht hat, gab es die erste Enttäuschung. Leider gibt es nicht das hiesige dunkle Bier aus den Brauereien wie Uerige, Füchschen oder Schumacher, sondern mit Schlösser ein Altbier „von der Stange“, das in der Landeshauptstadt nicht den besten Ruf genießt.

Schlösser Alt wurde letztmals 2002 in Düsseldorf gebraut und seitdem als Teil des Oetker-Konzerns in Dortmund (ja, in der Pils-Metropole Dortmund!) gebraut. Aber egal, denn nach drei Gläsern Alt schmeckt jedes Alt gleich. Oder nicht? Dazu an anderer Stelle später mehr.

Leckeres Essen – mit Abstrichen

Nachdem wir das Essen bestellt haben, dauerte es weniger als eine halbe Stunde, bis das Essen dampfend auf dem Tisch gestanden hat. In der Zwischenzeit hatte die mit einem französischen Akzent parlierende Bedienung fleißig für Getränke-Nachschub gesorgt.

Man kennt das ja in Düsseldorf: sobald das Altbierglas annährend geleert ist, sorgt der Köbes – das rheinische Wort  für Kellner oder Ober – für Nachschub in Form von frischem Gerstensaft. Das hat auch anfangs gut geklappt.

Ich habe mich beim Essen für einen Düsseldorfer Senfrostbraten mit Bratkartoffeln und Salat entschieden. Der Salat wurde vor dem Essen serviert und war klassisch: Ein paar Salatblätter, ein trauriges Achtel einer Tomate und eine Vinaigrette, die sehr essiglastig gewesen ist.
En de Canon Düsseldorf Altstadt SenfrostbratenDer Senfrostbraten war lecker. Das Fleisch war saftig und leicht rosa, war gut an- und durchgebraten und harmonierte gut mit der Senfkruste. Die Senfkruste wirkte ein wenig zu durchgegart, während die Bratkartoffeln für meinen Geschmack zu fettig und labberig gewesen sind.

Einen Punkt-Abzug gab es beim Service. Nach dem Essen wurde uns weder ein Espresso angeboten, noch wurden uns Speisen von der Dessertkarte schmackhaft gemacht oder ein Absacker in Form eines Killepitsch angeboten.

Der Service lässt zu wünschen übrig

Als wenn das nicht schlimm genug gewesen wäre, hat der Service im Laufe des Abends sukzessive nachgelassen. Während unseres knapp vierstündigen Aufenthaltes kam es mehrmals vor, dass wir explizit und mehrmals die Bedienung auffordern mussten, an unserem Tisch für Getränke-Nachschub zu sorgen.

Erschwerend kam hinzu, dass die beiden Kellner an diesem Abend alles andere als überlastet gewesen sind. Neben unserer Gruppe waren maximal dreißig bis fünfzig Prozent der Tische im Lokal besetzt, außerdem war der Biergarten aufgrund Regengüssen nicht belegt.

Als wir gegen 22 Uhr das Lokal verlassen haben, waren wir beinahe die letzten Gäste und durften sozusagen das Licht ausmachen.

Autor: Marc

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