Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Das war Ben Redelings live mit seinem WM-Album im Stadioneck Leverkusen

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66 Wochen nach seinem ersten Gastspiel im Leverkusener Stadioneck war Ben Redelings wieder zu Gast in der Stadt am Rhein.

Mit im Gepäck hatte der Bochumer sein aktuelles Programm: Als der Kaiser Gassi ging lautet der verblüffende Titel seines WM-Albums. Die Karten für den humorvollen Abend waren schon einige Wochen vor Weihnachten ausverkauft und auch Micha und ich ließen es uns nicht nehmen, Ben  erneut einen Besuch abzustatten -schließlich war seine Lesung zum Bundesliga-Geburtstag an Allerheiligen 2012 absolut köstlich.

Als wir kurz nach 19 Uhr die Kneipe der Bayer-Fans betreten haben, waren die Plätze schon gut gefüllt. Nachdem wir Platz genommen hatten, kam Ben plötzlich an meinen Platz,  begrüßte mich mit Namen und schüttelte mir die Hand.

Im besten Ruhrpott-Deutsch begrüßte er mich mit den Worten „Schön, dasse wieder hier bist!‘ Und dann: ‚Dat weisse ja noch gar nicht, aber du hast mir beim letzten Mal den Arsch gerettet. Aber das erzähle ich gleich.‘ Ich war gespannt, was gleich passieren sollte.


Um halb acht öffnete Redelings sein WM-Album und schenkte mir in der Folge einen kleinen Augenblick Ruhm. Er erinnerte an sein erstes Gastspiel im Schatten der BayArena und rief in Erinnerung, dass er damals zu Beginn der Lesung von meiner Leidenschaft fürs Bügeln während des Fußballspiel Guckens erzählt habe (siehe auch: Bügeln und Fußball bringen mich in die Printausgabe der 11Freunde). Es gab Gelächter im Publikum.

Ich ergänzte: „Bügeln, ja! Aber Wäsche bügeln. Das ist wichtig.“ – und wieder gab es Gelächter im Publikum. Ben ergänzte, dass damals ein Zuschauer gefragt habe, wie ich denn das Bügelbrett ins Stadion bekäme. Und wieder erschallte Lachen im Publikum. Ben Redelings live WM-Album Als der Kaiser Gassi ging Stadioneck LeverkusenAnschließend berichtete er, dass ihm eben jene Geschichte bei einem Auftritt in Bremen den Allerwertesten gerettet habe. Damals ist er schon von einer Vorstellung in Osnabrück krank an die Weser gereist. Am Abend hatte sich das Fieber Richtung 40 Grad erhöht und das Publikum wollte selbstverständlich unterhalten werden.

Nach einigen Missverständnissen zu Beginn seiner Performance rief sich Ben Redelings meine Bügel-Anekdote in Erinnerung und gab sie zum Besten. Das Publikum hatte seinen Spaß und der Abend war gerettet. Seitdem wurden meine Fußball-Bügel-Aktivitäten ein fester Bestandteil seines Programms und quer durch die Republik getragen.

Nach diesem Abstecher widmete sich Scudetto dem Geschehen rund um die Fußball-Weltmeisterschaften. Er rief unvergessliche Momente in Erinnerung und garnierte dies mit kernigen, witzigen und trockenen Sprüchen der damaligen Protagonisten.

Und alle waren mit dabei: Lothar Matthäus,  Jupp Derwall, Kaiser Franz Beckenbauer, Manfred Kaltz und Toni Schumacher. Die Schmach von Gijon anno 1982 wurde genauso beleuchtet wie der WM-Triumph im Jahre 1990, als Deutschland das bislang letzte Mal den Weltpokal in den Himmel recken durfte.

Gelegentlich ließen sich auch Ausflüge in die Bundesliga nicht vermeiden – ganz zur Freude der zahlreichen Zuschauer. Thorsten Legat und Andreas Möller waren nur zwei der ehemaligen Spieler, die das Publikum mit ihren verbalen Ausrutschern unterhalten haben.

Die Geschichten und Begegnungen sind übrigens in dem unterhaltsamen Buch 50 Jahre Bundesliga enthalten, das inzwischen in der fünften Auflage vorliegt und sogar eine Doppelseite mit Thorsten Legat spendiert bekommen hat 🙂

Eintrittskarte WM-Album Als der Kaiser Gassi ging Leverkusen Stadioneck Ben Redelings ScudettoUm 20:50 Uhr und damit viel zu früh nach knapp eineinviertel Stunden beendete Ben Redelings das Programm mit den elf besten WM-Sprüchen aller Zeiten, unter anderem von Andreas Brehme, Steffen Simon von der ARD, Berti Vogts und Paul Breitner.

Als Sahnehäubchen setzte sich der Schriftsteller auch mit der Frage auseinander, ob Deutschland in diesem Jahr in Brasilien den Weltmeistertitel holen könne. Er bediente sich zur Beantwortung dieses komplexen Themas eines Zitates von Horst Hrubesch und erklärte: „Wenn wir alle Spiele gewinnen, können wir Weltmeister werden.“

Das Schlusswort am Abend war Redelings Jugendtrainer Manni zu verdanken: „Buenas noches, Freunde der Nacht! In mir habt ihr einen Freund, um den ich euch beneide!“ Dann machte sich der sympathische Dunkelhaarige auf nach Essen zum Mobilat Fan-Talk in der 11Freunde-Bar.

Schade, dass seine Vorstellung zum Ende etwas hektisch zum Ende geworden ist. Redelings machte mehrmals einen getriebenen und hektischen Eindruck. Dennoch, und das ist wichtig, erfüllte er geduldig Autogrammwünsche und bot sein WM-Album inklusive Fußball-Poster von Oli Hilbring zum Superschnäppchen-Preis von zehn Euro an.

Ben Redelings live im Stadioneck Leverkusen war wiederum kurzweiliger Abend mit vielen Lachern und etlichen skurrilen und kuriosen Begebenheiten rund um die Weltmeisterschaften von 1958 bis 2006.

Auch wenn ich gedacht habe, nach der Lektüre von Redelings WM-Album alles vieles über die Weltmeisterschaften zu wissen, gab es Neues für mich zu lernen. Zum Beispiel in Sachen WM-Debüt und WM-Debakel der Mannschaft aus Zaire im Jahr 1974, das an Tragik nicht zu überbieten ist (siehe auch: Mobutus Augen waren überall).

Das WM-Album „Als der Kaiser Gassi ging“ habe ich übrigens hier im Blog rezensiert: Rezension: Ben Redelings’ WM-Album – Unvergessliche Sprüche, Fotos, Anekdoten.

 

Autor: Marc

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