Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens Bochum Mercedes Autohaus Lueg

Körperwelten & Der Zyklus des Lebens in Bochum

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Seit 30. August 2013 – bis zum 19. Januar 2014 – gastiert die Ausstellung Körperwelten & Der Zyklus des Lebens in Bochum.

Ich war schon lange sehr an den Plastinaten von Gunther von Hagens und Dr. Angelina Whalley interessiert und habe die Gelegenheit genutzt, eine Woche nach der Eröffnung vorbeizuschauen.

Parken in Bochum

Nach einer unwahrscheinlich langen Anfahrt mit mehr als zwei Stunden Autofahrt für 100 Kilometer sind wir Freitag gegen viertel nach fünf angekommen. Wir haben übrigens im P6 Hauptbahnhof / Buddenbergplatz geparkt und sind die wenigen Meter zu den Körperwelten zu Fuß gegangen. Das Parken kostet pro Stunde günstige 80 Cent und ist zentral gelegen.

Der Vorraum zur Ausstellung war wenig besucht quasi leer und das Personal konnte sich individuell um jeden Besucher kümmern. Schon zu Beginn gab es zwei wichtige Hinweise von der jungen Dame für uns: ein Wiedereintritt in die Ausstellungsräume ist nicht möglich und es existiert ein Ess- und Fotografierverbot. Außerdem befinden sich die Toiletten außerhalb der Ausstellung und sollten nach Möglichkeit vorher besucht werden.

Die Ausstellung

Die Körperwelten sind im ehemaligen Mercedes Autohaus Lueg auf zwei Ebenen untergebracht. Der Rundgang beginnt auf der ersten Ebene im Untergeschoss. Ich hatte diesen Teil nach zwanzig Minuten absolviert – und dabei die Tafeln beinahe vollständig gelesen. Die zweite Ebene führt über eine Wendeltreppe nach oben, befindet sich im Erdgeschoss und hat mich doppelt so lang beschäftigt.

KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens Bochum Mercedes Autohaus LuegDas Publikum bewegt sich leise sprechend durch die Plastinate und Exponate. Die Geräuschkulisse erinnert mit ihrem Flüstern und den leisen Unterhaltungen an Beerdigungen und Trauerfeiern.

Beginnend mit der Entstehung des Lebens gibt es plastinierte Föten im und außerhalb des Mutterleibes zu sehen. Anschließend wird der heranwachsende Mensch genauso erörtert wie die abnehmende Agilität im weiteren Lebenslauf.

Auch zu Volkskrankheiten mutierte Krankenbilder wie Demenz, Alzheimer und Lungenkrebs, die Folgen eines Schlaganfalls oder Bluthochdruck sowie der Herzinfarkt werden anschaulich beschrieben. Der Tod und die Prozesse des Sterbens im Körper beschließen die Ausstellung nach dem Rundgang, für den man gut eineinhalb bis zwei Stunden einplanen kann.

Kurz vor dem Ende des Rundgangs wird räumlich abgeschirmt im Anatomischen Kabinett als sprichwörtlicher „Höhepunkt“ der Geschlechtsakt zwischen Mann und Frau dargestellt. Dieser intime Ursprung allen Lebens ist nicht umsonst der Beginn des Lebens und damit gleichzeitig das Ende und der Anfang der Ausstellung.

Meine Gefühlswelt und die der Besucher

Beim Anschauen der Ganzkörper-Plastinate lief mir regelmäßig ein Schauer über den Rücken. Bei diesen Ausstellungs“stücken“ merkt man besonders deutlich, dass es sich um Menschen handelt, die sich zu Lebzeiten dazu entschieden haben, sich plastinieren zu lassen.

Die Plastinate sind mit Liebe zum Detail präpariert worden: die Besucher können Ohrstecker bei der Frau beim Liebesakt entdecken, sehen eine gezinkte Karte zwischen den Zehen bei der Pokerrunde und können vieles mehr entdecken.

Es wird unablässig die Brücke zur menschlichen Gesundheit und Fitness geschlagen und hervorgehoben, wie wichtig Sport für die Agilität und das Wohlbefinden und Denksport für die geistige Fitness ist.

Ein Blick in die Gesichter der Besucher der Körperwelten hat mir ganz unterschiedliche Reaktionen offenbart: Interesse, Demut, Neugierde, albernes Gekicher, Andächtigkeit, Erstaunen und Bedächtigkeit sind nur ein paar der Gefühlsregungen.

Fotografieren verboten

Im übrigen kann ich zu meinem Beitrag – mit Ausnahme des abfotografierten Plaketes – keine Fotos beisteuern, denn in allen Räumlichkeiten der Körperwelten gilt striktes Fotografier-Verbot.

Wer sich über die Ausstellung hinaus für die Plastinate, ihren Herstellungsprozess und die Initiatoren Gunther von Hagens und Dr. Angelina Whalley informieren möchte, greift am besten zum Katalog KÖRPERWELTEN – Das Original, den es vor Ort zu kaufen gibt, oder zu den anderen zahlreichen Büchern und DVDs zum Thema Körperwelten.

Lohnt sich Körperwelten & Der Zyklus des Lebens?

Die Ausstellung von Gunther von Hagens hat mich nachhaltig beeindruckt und auch noch Tage später beschäftigt. Auch wenn die Webseite etwas anderes suggeriert, ist Körperwelten für Kinder ab sieben Jahren nur bedingt geeignet; vielmehr bietet sich ein Besuch mit Kids ab zwölf Jahren an.

Es handelt sich um eine sehr beeindruckende und sehr informative Ausstellung, die einen ganz ungewohnten Blick auf den menschlichen Lebenszyklus wirft.

Mein Fazit: Ich habe viel gesehen, viele Eindrücke mitgenommen und sehe das Leben jetzt noch viel stärker als etwas nichts Selbstverständliches und mit viel mehr Demut an.

Öffnungszeiten und Preise

Informationen zu den Öffnungszeiten, der Anfahrt und den Ticketpreisen gibt es hier hinter den jeweiligen Links.

Beim Ticketkauf sparen

Zum Abschluss noch ein Tipp. Wer sich lange Schlangen an der Kasse sparen möchte, kann ein Online-Ticket über Westticket buchen. Die Preise sind die gleichen wie in Bochum, doch kann bei Abonnieren des Newsletters noch ein Gutschein über fünf Euro abgegriffen werden, der die Eintrittskarte entsprechend verbilligt. Erwachsene zahlen dann günstige 13 statt 18 Euro für ein Ticket.

Video zu Körperwelten & Der Zyklus des Lebens

Autor: Marc

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