Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Nils Minkmar über die Überforderung der Kindheit

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Am Donnerstag Morgen habe ich in der Frankfurter Allgemeine Zeitung einen aus meiner Sicht äußerst lesenswerten Text von Nils Minkmar gelesen.

Minkmar schreibt über Die Überforderung der Kindheit und hat mir in vielerlei Hinsicht aus der Seele gesprochen geschrieben.

Um Appetit auf den nicht kurzen Text zu bekommen, zitiere ich gern die wichtigsten Passagen – verbunden mit dem Wunsch, sich auch mit der lesenswerten Lektüre auseinanderzusetzen:

Das Streben nach einer makellosen Schulleistung und, mehr noch, nach einer perfekten Kindheit und Jugend ist in den Mittelschichten zu einer kollektiven Zwangsvorstellung geworden.

Der Spielplatz wird zum Assessmentcenter mit Plastikspielzeug ohne Weichmacher. Die Kleinen werden von ihren eigenen Eltern als künftige Player der globalisierten Ökonomie bewertet, es geht um Sozialkompetenz, Problemlösungskapazität, emotionale Intelligenz und allseitige Optimierung.

Die anwesenden Eltern haben zu allem einen Tipp, … und reglementieren, dass die Kinder nur noch staunen. Oder sie …  setzen sich gleich dazu, denn man könnte auch noch zum allerbesten Freund, zur allerbesten Freundin des Kindes promovieren.

Der Anblick einer irgendwie vor sich hin spielenden Bande macht manche Eltern nervös. Offenbar haben diese Kinder Spaß, schön, aber ist es auch richtiger, wertvoller Spaß?

Noten sind nicht der Dax des frühen Lebens, geben keine Auskunft über das Gelingen der Entwicklung. … Wenn ein Schüler in einer fünften Klasse des Gymnasiums in Tränen ausbricht, wenn er in einer Klassenarbeit eine Drei geschrieben hat, dann ist daran am allerwenigsten die Note besorgniserregend.

tl;dr: Kinder sind zum Projekt permanenter Optimierung geworden, es muss einfach alles perfekt sein: beste Noten, wertvolle Spiele. So wird die Kindheit zum Krampf. Und das schreckt potentielle Eltern ab.

Autor: Marc

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3 Kommentare

  1. Gleiches sieht man ja bereits im Kindergarten. Zu unserer Zeit ging es da ums Spielen, das soziale Miteinander, basteln, singen, malen… heute sprechen sie dort von verschiedenen Kompetenzfeldern der Kinder. Bitte, wie bitte?! 😀

    • Vollkommen richtig.

      Und dann noch die \“Helikopter-Eltern\“, die alle Probleme von den Kindern fernhalten möchten und von denen du dir kluge Sprüche anhören kannst.

  2. Solange es den Leuten Spaß macht, ist doch alles okay. Die Grenze zwischen Mitspielen und Überfördern ist eh nicht so richtig zu ziehen. Schlimm wird’s aber da, wo Eltern die Kinder nicht Kinder sein lassen, finde ich.

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