Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Warum muss ich als BVB-Fan Schalke hassen?

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Stefan von nebenan hat im Beitrag Ich kann den S04 nicht hassen viele kluge Dinge über die Rivalität im Revier geschrieben. Nach dem Lesen des Textes (Lesebefehl!) habe ich mir auch ein paar Gedanken zu dem „Tod und Hass dem S04“-Gebölke gemacht.

Als gebürtiger Ostwestfale gab es für mich als Kind in Sachen Fan sein drei Alternativen: München, Schalke oder Dortmund. Rot-weiß, blau-weiß oder schwarz-gelb. Aufgrund diverser Überlegungen habe ich mich für Schwarz-Gelb entschieden – und damit für die gute Seite 😉 Doch es hätte auch genauso blau-weiß sein können. Oder rot-weiß.

Doch nur weil ich mich für Borussia Dortmund als Lieblings-Verein entschieden habe, muss ich Schalker hassen? Das ist doch Unsinn hoch drei. Allein das Wort „hassen“ ist doch absolut daneben in diesem Kontext. Animositäten und Frotzeleien sind vollkommen in Ordnung, aber gewaltbereite Auseinandersetzungen und Diebstahl von Fahnen, Mützen und anderen Devotionalien lehne ich rundweg ab. Endstand Revierderby November 2011 Borussia Dortmund FC Schalke 04

Einen gehörigen Anteil an dieser Rivalität hat die Vergangenheit in den Siebzigern und Achtzigern des letzten Jahrhunderts. Borussia war bekanntlich zeitweise in die zweite Liga abgetaucht und der Frust im Fan-Lager war groß. Das gleiche Schicksal ereilte die Blauen ein Jahrzehnt später. Und auch dort war der Frustpegel entsprechend hoch. Wer mehr über die Rivalität im Revier nachlesen möchte, sollte das zu Recht hoch gelobte Buch Revier-Derby lesen (siehe auch: Rezension: Revier-Derby: Schalke 04 – Borussia Dortmund von Gregor Schnittker). Doch diese Zeiten sind lange vorbei und ich erlebe die hasserfüllte Rivalität einiger Sportfreunde als ein Relikt längst vergessener Zeiten und habe wenig Verständnis für solche Auseinandersetzungen.

Friedliche Koexistenz ist das Stichwort – und wird von mir seit jeher gelebt. Allein im Büro arbeite ich mit zwei Schalkern, die ich nicht nur menschlich sehr schätze und mit denen ich mich super verstehe. Klar dissen und foppen wir uns und insbesondere vor, während und nach einerm Revier-Derby bin ich extrem nervös und meide den Kontakt. Aber auch da ist mehr sportliche Rivalität als blanke Abneigung im Spiel.

Dass mich mein Verhalten natürlich nicht davon abhält, den Schalkern NICHT die Meisterschäft zu gönnen, versteht sich natürlich auch von selbst. Doch das beschränkt sich nicht auf Gelsenkirchen als Verein. Denn gesunde Rivalität ist das Salz in der Fußball-Suppe.

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Google-Fan, Sony Xperia Z5 compact, ipad mini 2, BlackBerry Classic, Android, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

5 Kommentare

  1. Ist ja bei uns in Mönchengladbach das gleiche: Den K*l*e*n nichts gönnen, aber sicherlich NICHT HASSEN! Das ist doch billig…

    Heiko

  2. Ich muss dir und Stefan absolut Recht geben. Der Fussball lebt von der Rivalität. Von den Derbys. Von den Begegnungen auf Augenhöhe. Spannung pur.

    Aber bitte friedlich.

    Ich kann die ganzen Sprüche nämlich nicht mehr hören: „Tod und Hass dem BVB“, „Wir brauchen eine Ubahn von Gelsenkirchen bis nach Auschwitz“
    Ist denen bewust, was die da brüllen? Und wen ja, kann denen mal jmd. den Eisenbahnbolzen aus dem Kopf ziehen? Ich meine, wie will man diesen Hass der Ultras auf die Rivalen rechtfertigen?

    Das geht nicht. Der Hass ist unnötig, bescheuert, unreif und zerstörrt den Sport, zerstörrt den Fussball.

    Als BVB-Fan hasse ich niemanden. Keine Schalker, keine Schalker Fans, keinen Funktionär, Anhänger, Ultra oder oder oder. Nein, meine Partnerin Schalke Fan, mein Bruder ebenfalls. Meine Freunde sind Gladbacher, Hamburger, Bayern und Borussen. Da neckt man sich. Man stichelt. Man freut sich auf die Derbys und schaut die zusammen. Man geht zusammen ins Stadion (mein erster Stadionbesuch war bei den BlauWeißen gegen Mainz – da bin ich doch für den Pott!). Aber wir hassen uns nicht. Nein. Wir leben eine gesunde Fussballrivalität. Auf nationaler Ebene. International sollte man ja eh für die Deutschen Teams sein. Das ist finde ich vernünftig. So muss Fussball sein. Sich für den Sieg seiner Mannschaft freuen und danach Arm in Arm mit dem Verlierer ein Bier trinken.

    Ich hasse den S04 nicht. Ich will friedlichen Fussball.

  3. Ich stimme Dir – vom „anderen Ufer“ – zu. Meine Kollegen sind mit 10:1 gegen meinen Verein und wir haben viel Spaß miteinander. Natürlich gönne ich den anderen nicht das schwarze unterm Fingernagel und teile verbal auch gerne aus. Aber dann ist Schluss. Und auch ich bin insbesondere vor, während und nach einerm Revier-Derby extrem nervös und meide den Kontakt. Aber auch da ist mehr sportliche Rivalität als blanke Abneigung im Spiel. Wo Erfolg ist, sind Neider. Der Neid liegt zurzeit auf unserer Seite, der Erfolg auf der anderen. Das war mal anders und ich hoffe inständig, dass sich das Verhältnis wieder umkehrt. Banner klauen, Schals wegnehmen oder ähnliches ist ein Kindergarten-ähnliches Verhalten. Nein Danke!

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