Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Wassersport in Zeeland: Segeln auf dem Grevelinger Meer bei Bruinisse

Der Samstag in Zeeland stand wie in der Vorwoche im Zeichen des Segelns. Nach einer ausgiebigen Nachtruhe galt der erste Spaziergang des Tages im Landal Port Greve dem Supermarkt.

Bei der großen Auswahl an Backwaren fiel mir die Wahl schwer, doch am Ende hatte ich genug frische Brötchen zusammen, um die vier hungrigen Mäuler zufriedenzustellen.

Der Krabbenstrand bei Bruinisse

Bruinisse Krabbenstrand Wattenmeer Oosterschelde Zeeland Niederlande HollandBevor wir um halb zwei in Bruinisse bei Aquavitesse zum Segeln erwartet worden sind, machten wir gegen 12 Uhr halt am Deich, der die Insel Schouwen-Duiveland mit Zuidholland verbindet. Dort gibt es den Krabbenstrand, der den Gezeiten der Oosterschelde ausgesetzt ist und damit ein Eldorado für alle Muschelsucher und Krebsfreunde ist.

Auch wir ließen es uns nicht nehmen und kletterten vom Damm einige Meter hinab ins Wattenmeer. Die Ebbe befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Rückzug, doch gab es noch genügend Muscheln zu sammeln und weitere Meeresbewohner zu beobachten. Der Bauch von Annes Muscheltasche wuchs unaufhörlich und wir entdeckten hier einige Muschel-Arten, die wir bislang nicht gesehen hatten.

Die Segelschule Aquavitesse in Bruinisse


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Bruinisse Jachthaven Yachthafen Segelschiff Segelboot Zeeland Niederlande Holland

Nach diesem Aufenthalt ging es weiter Richtung Bruinisse zum Yachthafen. Im Yachthafen ist unter anderem die Segelschule Aquavitesse beheimatet. Dort wurden wir bereits von Peter erwartet und begrüßt. Bei einem kühlen Glas Cola light haben wir auf der Dachterrasse der Segelschule Platz genommen und auf unseren Segellehrer gewartet, der nach der Begrüßung unser Boot von der hiesigen Jugendsegelschule holen musste.

Als Peter einige Minuten später mit dem Boot in den Yachthafen eingelaufen ist, trauten wir unseren Augen nicht. Wir hatten alles erwartet, aber so ein Segelbootschiff nicht:

Bruinisse Jachthaven Yachthafen Segelschiff Segelboot Zeeland Niederlande Holland Segelschule

Zu Beginn gab uns Peter ein wenig theoretischen Unterricht. Wir lernten einiges über Segeln im Wind und vor dem Wind und erfuhren, was es mit dem “Schmetterling” auf sich hat. Diese Kombination von Vorder- und Hauptsegel findet dann Anwendung, wenn man platt vor dem Wind segelt.

Nach dieser theoretischen Einführung präparierten wir die Segel und legten mit dem Boot aus dem Hafen ab. Liam durfte das Boot mit dem Außenbordmotor aus dem Hafen steuern und das große Ruder bedienen. Unser anfänglicher Respekt vor dem großen Segler legte sich, je länger wir uns an Bord befunden haben. Neugierig inspizierten die Kinder die Räume unter Deck, dort gab es unter anderem Sitzgelegenheiten, Schlafplätze und eine Toilette zu entdecken.

Es hat mich schwer beeindruckt, wie die wechselnden Winde auf das Boot gewirkt haben und wieviel Power dank der Segel auf dem Meer entstehen. Das Wunderbare am Segeln ist, die Kraft der Naturgewalten am eigenen Körper zu spüren und auf sich wirken zu lassen – herrlich. Und wenn dann auch noch das Wetter mitspielt, Wind von drei bis vier Knoten herrscht und die Sonne scheint, dann ist der Segel-Tag einfach perfekt.

Bruinisse Jachthaven Yachthafen Segelschiff Segelboot Zeeland Niederlande Holland Segelschule auf dem Grevelingermeer Grevelinger MeerZwischenzeitlich durften Luke und Anne auch ans Ruder und ich ließ es mir selbstverständlich auch nicht nehmen, das Steuer zu übernehmen. Als wir nach zweieinhalb Stunden auf dem Grevelinger Meer Richtung Hafen gesegelt sind, konnte Luke mit Muskelkraft das Vorsegel einfahren und Liam das finale “Einparken” am Steg übernehmen – auch das rückwärts Navigieren machte dem Jungen genauso wenig Probleme wie das vorherige Anbringen der Fender und Taue zum Anleinen des Schiffes.

Während das Rheinland und weitere Teile Deutschlands an diesem Samstag bei 34 Grad und mehr mächtig ins Schwitzen gekommen sind, konnten wir also das ideale Segelwetter bei angenehmen 28 Grad und einer frischen Brise genießen.

Kein Delphin im Grevelinger Meer

Am coolsten war für meine Söhne aber die flotte 360 Grad-Drehung, die Peter mit dem großen Segler vor der Einfahrt in den Hafen absolviert hatte – die Kids grinsten über beide Wangen. Da fiel es auch ein bißchen leichter, dass wir bei unserer Segel-Tour leider keine Bekanntschaft mit dem im Grevelinger Meer lebenden Delphin gemacht haben, der sich beim Öffnen der Nordsee-Schleusen mit einem Fisch-Schwarm auf den Weg in das Gewässer gemacht hat.

Nach zweieinviertel Stunde war der Segel-Törn beendet und es hieß Abschied nehmen: sowohl von unserem klasse Segellehrer Peter, der auf alle unsere Fragen eine Antwort hatte und uns vier kurzweilig in die Arbeit an Bord eingebunden hat, als auch von dem beeindrucken Segelboot. Vielen Dank an Peter für diesen wunderbaren Segel-Nachmittag auf dem Meer!

Zurück im Jachthafen haben wir uns eine doppelte Abkühlung gegönnt: als erstes per Eis und Kaltgetränke und anschließend mit einem Bad im Wasserspaßparadies:

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Dieser Blogbeitrag ist der Teil einer Artikelserie über unseren Urlaub an der See in Zeeland und unsere Wassersportaktivitäten. Alle bisherigen und künftigen Beiträge finden sich unter dem Schlagwort Zeeland2012. Viel Spaß!

Autor: Marc

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