Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Reklamationen und Ärger mit der Connexxion GmbH Nürnberg und München

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Neben den klassischen Telekommunikationsunternehmen wie Deutsche Telekom, Vodafone und eplus gibt es auch die sogenannten Zwischenhändler, die sich um die Vertragsabschlüsse von Mobilfunk- und DSL-Verträgen kümmern.

Einer dieser Zwischenhändler ist die Connexxion GmbH in Bayern, die Niederlassungen in München und Nürnberg unterhält. In ihrem Mission Statement schreiben die Bajuwaren auf ihrer Webseite:

Unsere Leidenschaft gehört der Technologie. Unsere Aufgabe ist es, neue Lösungen zum besten Preis-Leistungsverhältnis für die Bedürfnisse unserer Kunden zu finden, die deren Kommunikation verbessern und ihnen neue Potentiale eröffnen. Wir glauben an die Kraft von innovativen Produktentwicklungen und daran, dass moderne Techniken der Förderung unserer persönlichen Freiheit und unserer Kultur dienen. So gilt unser Streben dem Fortschritt.

Im Rahmen eines Mitarbeiterprogrammes habe ich im Juni 2011 einen DSL 16.000-Vertrag inklusive Telefonflatrate abgeschlossen. Ich habe die monatlichen Kosten für den Breitbandanschluss und die Telefonie direkt an Vodafone gezahlt und sollte monatlich eine Rückvergütung („kick back“) direkt von der Connexxion GmbH in Nürnberg erhalten. Direkt nach Vertragsabschluss begann das Drama in drei Akten.

Akt 1 im Juni 2011: Falsches DSL erhalten

Um die Darstellung zu vereinfachen, zitiere ich einfach aus meiner E-Mail an Connexxion:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe vergangene Woche einen DSL Vertrag für Festnetz und DSL über Sie abgeschlossen. Leider verlief die Bestellung nicht reibungslos. Ich habe das Geschehen chronologisch notiert:

  • Freitag, 17.06.2011:
    ein Mitarbeiter Ihres Hauses hat meine Angaben für den Vertrag verifiziert; ich habe darauf hingewiesen, dass ich meinen aktuellen Vertrag bereits vor einem Monat schriftlich bei 1&1 per 27.09.2011 gekündigt habe
    (Kündigungsbestätigung von 1&1 liegt vor und ist als Anlage beigefügt)
  • Montag, 20.06.2011:
    ich habe von Vodafone (VF) einen Surfstick und das Modem erhalten
  • Dienstag, 21.06.2011:
    ich habe Post von VF erhalten (siehe Anlage) und mir wurde mitgeteilt, dass der Vertrag nicht abgeschlossen werden kann: auf meine Nachfrage bei der VF Hotline (0800 172 12 12) konnte mir wegen Systemproblemen nicht weitergeholfen werden
  • Dienstag, 21.06.2011:
    ich habe von Ihnen einen Umschlag mit den Vertragsunterlagen erhalten, die ich unterschreiben und an Sie senden soll. Folgende Fehler sind in den Unterlagen enthalten:
    –  VF DSL Maxi Paket wird nur als DSL 6000 geführt -> ich habe online DSL 16000 beauftragt
    – ein Aktivierungsdatum ist nicht genannt -> ich habe online die Aktivierung per 27.09.2011 beauftragt

Ich bitte dringend um Prüfung und Klärung der Punkte.

Zwei Tage später habe ich die Antwort von einer Angestellten erhalten:

Sehr geehrter Herr Höttemann,

durch einen Eingabefehler wurde von uns versehentlich vergessen die 16.000 Bandbreite aufzubuchen. Besten Dank für Ihren Hinweis.


Wir haben Ihr Anliegen in Form einer Reklamation an Vodafone weitergeleitet. Diese finden Sie im Anhang.

Für die Unannehmlichkeiten möchten wir uns selbstverständlich bei Ihnen entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen

x. x.
Verkäuferin Vodafone Nürnberg Ost

Danach gab es weiteren E-Mail-Wechsel zwischen Connexxion und mir, den ich nicht weiter erwähne. Im September 2011 stand mir nach weiteren Telefonaten mit Vodafone der Anschluss zur Verfügung und ich konnte telefonieren und surfen.

Akt 2 im Dezember 2011: die Rabattgutschrift fehlt

Gegen Ende des Jahres 2011 sind mir weitere Unregelmäßigkeiten in Verbindung mit dem Vertrag aufgefallen, die ich erneut per E-Mail bei Connexxion reklamiert habe:

Guten Morgen,

leider gibt es erneut Probleme mit dem Vertrag für Vodafone DSL, den ich über Sie abgeschlossen habe.

  • In der ersten Rechnung vom 24.10.2011 wurden Kosten für ein Sicherheitspaket – Komplettschutz abgebucht, das ich nicht haben wollte.
  • Außerdem wurde ein ein einmaliger Anschlusspreis und eine Rufnummernänderung in Rechnung gestellt – die mir nicht in Rechnung gestellt werden darf.
  • Außerdem fehlt die Rabattgutschrift, die von IHNEN bei Vertragsabschluss in Aussicht gestellt worden ist.

Ich bitte um Prüfung und Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

Drei Tage nach Versand der E-Mail gab es die Antwort von einem Angestellten des Innendienstes über den E-Mail-Account rechnung@vodafone-vorteilsprogramm.de, nachdem ich die nicht korrekten Rechnungen eingesendet habe:

Sehr geehrter Herr Höttemann,

vielen Dank für Ihre Email.

Der monatliche Abbuchungsbetrag wird bei Ihnen 29,95€ betragen. Die zusätzlichen 5€ erhalten Sie direkt auf Ihr Girokonto überwiesen. Für den Start der Überweisungen ist Ihr Anschalttermin von Vodafone entscheidend. In Ihrem Fall wird die erste Überweisung Ende Dezember /Mitte Januar erfolgen.

Der Grund für den Zeitversatz ist der, dass wir als Vertriebspartner erst mit den Auszahlungen beginnen können, wenn uns Vodafone Ihren Anschalttermin bestätigt hat. Dies geschieht im Normalfall zwei Monate nach Ihrem tatsächlichen Anschalttermin, so dass wir im dritten Monat mit der ersten Auszahlung beginnen können.

Mit der ersten Überweisung wird Ihr Dauerauftrag starten. Leider ist es uns Systemtechnisch nicht möglich, Ihnen die ausstehenden Monate rückwirkend zu erstatten.  Der Dauerauftrag läuft dann insgesamt 24 Monate und ist nicht an Ihre DSL Vertragslaufzeit gebunden, so dass Ihnen dadurch kein Nachteil entsteht.

In der Folge gab es weiteren E-Mail-Wechsel zwischen Connexxion und mir, der aber ergebnislos verlaufen ist. Erst Mitte Februar 2012 brachte eine E-Mail Bewegung in die Geschichte:

Sehr geehrter Herr Höttemann,

vielen Dank für Ihre Email.

Ich habe soeben mit Vodafone gesprochen und kann Ihnen mitteilen, dass das von Ihnen beauftragte Maxi Paket korrekt berechnet wird. Das von Ihnen reklamierte Sicherheitspaket ist im aktuellen Paketumfang bereits enthalten und kann nicht entfernt werden. Unabhängig davon werden Ihnen dadurch keine Mehrkosten entstehen, so dass der monatliche Rechnungsbetrag wie beschrieben bei 29,95€ liegen wird.

Die zusätzlichen 5€ erhalten Sie wie Ihnen bereits mitgeteilt aus unserem Haus. Durch die zusätzliche Überweisung erreichen wir den Angebotspreis von 24,95€.

Die Auszahlungen wurden von mir wie ebenfalls mitgeteilt eingerichtet und an unsere Hausbank weitergeleitet. Derzeit fehlt noch die Freigabe von unserem Geschäftsführer. Sobald er diese erteilt, können Sie den Geldeingang verzeichnen. Im Normalfall wird die Freigabe innerhalb der nächsten Tage erfolgen.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

x. x.
Innendienst

Akt 3 im Mai 2012: meine Geduld ist am Ende

Mitte Mai 2012 war ich mit meiner Geduld am Ende. Trotz zahlreicher Nachfragen und mehrmaligem Anmahnen habe ich weiterhin keine Vergütung der monatlichen fünf Euro von Connexxion erhalten. Meine Traurigkeit mündete in einem Schreiben an die Firma mit den Worten:

Wieso erhalte ich keine Erstattung der fünf Euro pro Monat? Ich warte seit Februar auf das Geld und erwarte dringend die Prüfung des Fehlers und umgehende Erstattung sowie eine Kompensation des Ärgers, den ich wiederholt mit der nachlässigen Bearbeitung in Ihrem Haus habe.

Erst zwei Wochen später gab es eine Antwort von Connexxion:

Sehr geehrter Herr Höttemann,

vielen Dank für Ihre EMail.

Nach Rücksprache mit unserem Geschäftsführer kann ich Ihnen mitteilen, dass wir für Sie eine zusätzliche Überweisung erstellt haben. Diese leiten wir ihm am kommenden Freitag weiter und innerhalb der folgenden 10 Werktage wird diese ausgeführt, so dass Sie in den darauffolgenden 1,5 Woche mit dem Geldeingang rechnen können.

Des Weiteren teilte uns unser Geschäftsführer am letzten Montag mit, dass die reguläre Überweisung Anfang der Woche erfolgen werden.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

x. x.
Innendienst

Ich habe in den darauffolgenden Wochen weitere Versuche gestartet, mein Geld zu erhalten. Doch ohne große Überraschung musste ich feststellen, dass dies vorerst ergebnislos geblieben ist. Erst am 8. Juni 2012 habe ich eine Überweisung von Connexxion über fünf Euro erhalten, gefolgt von einer weiteren Zahlung über fünfzehn Euro am 27. Juni 2012 mit dem Vermerk „Vodafone DSL Rabatt August bis Oktober 2011. Seitdem ist der Zahlungsstrom versiegt.

Akt 4 im August 2012: Connexxion in wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Ich habe ungezählte weitere E-Mails an Connexxion geschrieben und a) entweder keine Antwort oder b) ausweichende Antworten erhalten. Als Resultat blieb weiterhin, dass ich außer 25 Euro an kick back keine Zahlungen von der Firma erhalten habe. Über die gesammte Laufzeit von zwei Jahren steht mir immerhin eine Summe von 120 Euro zu, die ich vermutlich abschreiben kann.

Seit heute weiß ich, dass ich mit meiner Vermutung nicht so falsch gelegen haben kann, denn die Geschäftsleitung von Connexxion hat mir einen elektronischen Brief geschrieben:

Sehr geehrter Herr Höttemann,

vielen Dank für Ihre Email.

Die Connexxion GmbH befindet sich derzeit in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Wir bemühen uns aktuell zusammen mit Vodafone eine Lösung für den Ausgleich Ihrer offenen Rabattgutschrift und deren Abwicklung zu finden.

Aufgrund der Urlaubszeit kann sich die Entscheidung noch 2-3 Wochen hinzögern. Es erfolgt dann eine verbindliche und umfassende Kundenkommunikation bis zum 24.08.2012.

Vielen Dank für Ihr Verständnis

Die Geschäftsleitung

Und die Moral von der Geschicht´: lessons learned

Ich bin gespannt, wie die Lösung aussehen wird, die Vodafone gemeinsam mit dem wirtschaftlich ins Schlingern geratenen Unternehmen Connexxion finden wird. Für mich ist das Thema erst einmal gegessen. Mein wirtschaftlicher Schaden ist mit unter einhundert Euro zu verschmerzen – aber dennoch ärgerlich.

Als Lehre aus dieser Angelegenheit werde ich zukünftig auf den Abschluss von DSL- und Mobilfunkverträgen verzichten, wenn bei diesen eine monatlich zu zahlende Rückvergütung (kick back) vereinbart werden soll.

Darüber hinaus werde ich den DSL- und Telefonvertrag bei Vodafone kündigen, da mich diese Aktion von Beginn an so viele Nerven gekostet hat, dass ich an der Fortsetzung der Vertragsbeziehung nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit kein Interesse mehr habe.

Im Zusammenhang mit meiner Recherche habe ich auch einige wenig schmeichelhafte Bewertungen auf der Plattform Qype zur Connexxion GmbH in Bogenhausen, München gefunden, die darauf hindeuten, dass seit einigen Monaten einiges im Argen liegt.

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Google-Fan, Sony Xperia Z5 compact, ipad mini 2, BlackBerry Classic, Android, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

4 Kommentare

  1. Ich habe einen Vodafone Vertrag über Sparhandy (mit monatlicher Auszahlung). Da klappte es ohne Probleme direkt ab dem 1 Monat (oder dem 2?).

    Blöd gelaufen würde ich sagen. Beim nächsten mal Sparhandy oder komplett Auszahlung nehmen. Wenn Sparhandy natürlich pleite geht, schaue auch ich in die Röhre (sind immerhin 20,- im Monat).

    LG,
    Andre

  2. Hallo Marc,
    ich würde mit diesem Problem bei der c’t Zeitschrift (heise Verlag) melden. Die haben jede Ausgabe solche oder ähnliche Kundenprobleme, wobei der Verlag bei den Probleme positiv geholfen haben. Vielleicht kann man euch auch helfen. Anfragen kann man ja mal.
    „iterby“

  3. Amtsgericht München
    – Insolvenzgericht –

    Infanteriestraße 5, 80325 München
    Telefon: 089/5597-06 , Fax: 089/5597-2777
    Bankverbindung: Gerichtskasse München, Kto.: 3024919, (BLZ
    700 500 00)

    Geschäftsnummer: 1506 IN 2756/12
    (Bitte immer angeben)
    München, 21.8.2012

    Beschluss

    In dem Verfahren über den eigenen Antrag auf Eröffnung des
    Insolvenzverfahrens der

    Connexxion GmbH Amtsgericht München HRB 169013, Pienzenauerstr.
    70, 81925 München
    gesetzlich vertreten durch
    Geschäftsführer Markus Meukel

    – Schuldnerin –

    1. Zur Sicherung des Schuldnervermögens vor nachteiligen Ver¬-
    änderungen wird gemäß § 21 Abs. 1 und 2 InsO am 21.08.2012
    um 09:00 Uhr

    vorläufige Insolvenzverwaltung

    angeordnet.

    Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird bestellt:

    Rechtsanwalt Oliver Schartl, Schwanthalerstr. 32, 80336
    München, Telefon: 089-54511-0, Fax: 089-54511-444

    2. Es wird gemäß § 21 Abs. 1, 2 Nr. 2 InsO

    angeordnet, daß Verfügungen des Schuldners nur mit Zustim¬-
    mung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam sind.

    Der vorläufige Insolvenzverwalter ist berechtigt, die
    Geschäftsräume des Schuldners zu betreten und dort Nachfor¬-
    schungen anzustellen. Der Schuldner hat dem vorläufigen In¬-
    solvenzverwalter Einsicht in seine Bücher und Geschäftspa¬-
    piere zu gestatten und ihm alle erforderlichen Auskünfte zu
    erteilen, § 22 Abs. 3 InsO.

    Die Pflichten des vorläufigen Insolvenzverwalters werden
    gemäß § 22 Abs. 2 InsO wie folgt bestimmt:

    Der vorläufige Insolvenzverwalter hat die Aufgabe, das
    Vermögen zu sichern und zu erhalten.

    Er ist berechtigt, das vollstreckungsbefangene Vermögen
    in Besitz zu nehmen, insbesondere Forderungen auf ein
    von ihm zu errichtendes Anderkonto einzuziehen.
    Die Drittschuldner dürfen nur an den vorläufigen Insol¬-
    venzverwalter leisten, es sei denn, dieser stimmt der
    Leistung an den Schuldner zu.

    m0815z
    Reutlingen
    1 Beitrag
    Bedenklicher Inhalt?

    Beitrag zu Connexxion GmbH

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