Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Urlaubszeit ist Smartphone-freie Zeit

Sommer, Sonne, Sonnenschein: wenn ich im Juli für zwei Wochen an die Ostsee aufbreche, habe ich ein Experiment geplant.

Ich habe mir vorgenommen, bewusster zu leben. Und intensiver. Und entschleunigter. Dazu muss ich einen treuen Gefährten entschärfen, auf den ich – so glaube ich zumindest – komplett allerdings nicht verzichten kann: mein Smartphone. Denn bei der Reise in die Ferien sind sie obligatorisch immer mit dabei. Das iPad, der BlackBerry und das Samsung Nexus S. Also drei elektronische Geräte, deren Hauptaufgabe ist, Menschen das Leben zu vereinfachen. Deren negative Begleiterscheinung aber auch ist, dem Menschen kostbare Lebenszeit zu rauben und die Prokrastination zu fördern.

Sonnenuntergang Kühlungsborn

Kann ich nicht nichts tun?

Ich stelle mir die Frage, wann ich das letzte Mal einfach mal “nichts” getan habe. Wann ich das letzte Mal einfach nur in der S-Bahn gesessen habe, keine Musik gehört habe und nur die Landschaft an mir vorbeiziehen lassen konnte. Und nicht wild auf dem BlackBerry getippt oder wild auf dem Nexus S durch die Apps geflitzt bin. Wenn ich ehrlich bin: ich kann mich nicht daran erinnern. Ich kann einfach nicht nichts tun.

Diese Fähigkeit ist mir in den vergangenen Jahren, als Smartphones ihren Siegeszug angetreten haben und das mobile Internet integraler Bestandteil meines Lebens geworden ist, abhanden gekommen. Und zwar vollkommen abhanden gekommen.

Kürzlich habe ich an einer Führungskräfteveranstaltung teilgenommen. Die Konferenz fand im hessischen Falkenstein, unweit von Frankfurt, statt. Das Ambiente war gediegen und vornehm, die Agenda interessant und herausfordernd. Die mehr als einhundert Manager wollten sich über Werte und Unternehmenskultur austauschen. Doch anstelle von platten und langweiligen Vorträgen, die viel zu oft und viel zu schnell in Vergessenheit geraten, wurde ein anderer Ansatz gewählt. Ein Shaolin-Mönch berichtete von seinem Wirken und seiner Lehre und brachte ganz neue Denkansätze und Impulse ins Spiel, die mich nachdenklich gemacht haben.

Es ist nicht einfach

Es ist nicht einfach von jetzt auf heute zu entschleunigen. Dabei können aber Leitsätze helfen, die von einem beliebigen Küchenkalender sein können – dennoch bergen sie viel Wahres in sich:

  • Lebe im Hier und Jetzt.
  • Sei achtsam und im Einklang mit dir und der Welt.
  • Erledige Dinge ganz oder lasse sie sein.
  • Ruhe in dir. Sei entschlossen und gefestigt.
  • Respekt gegenüber anderen, Wertschätzung und Achtung.
  • Sei offen gegenüber Neuem, sei aufgeschlossen für Veränderungen.
  • Löse Dich von übernommenen Meinungen und prüfe Deine eigenen stets aufs Neue.
  • Was du bist und was du wirst, liegt nur an dir selbst.

Darüber hinaus ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben, dass wir Menschen viel zu viel Zeit mit Vergangenem und Zukünftigem verbringen. Wer hat sich nicht schon einmal dabei erwischt, dass er alten Zeiten nachtrauert oder Planungen für die Zukunft macht. Das Wichtigste wird dabei allerdings vergessen: ich lebe jetzt und heute und hier. Und weder in der Vergangenheit, noch lebe ich in der Zukunft.

Leider gelingt es mir selten, diese positiven Gedankengänge und Impulse in mein berufliches Wirken einzuflechten. Zu schnell bin ich wieder im Tagesgeschäft gefangen und lasse mich von der Routine lähmen. Dennoch werde ich es wieder und wieder versuchen, alte Verhaltensstrukturen und Denkmuster aufzubrechen. Es ist nie zu spät für einen neuen Anfang.

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Google-Fan, Nexus 5, Nexus 7, BlackBerry, Android, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

2 Kommentare

  1. Na dann drücke ich dir mal die Daumen.
    Zum “Lebe im Hier und Jetzt.” hatte ich auch schon ab und zu folgendes getan:
    bremse dich einfach mal indem du dich fragst “Was denke ich gerade”, denn in dem Moment bist du wirklich wieder “hier”. Bei allem anderen schweift man in die Vergangenheit, Zukunft und in die Gedankenwelt. Mal richtig im Jetzt zu sein ist gar nicht so einfach.
    Im Urlaub verzichte ich von mir aus schon immer auf Twitter und Facebook, da ich das nicht brauche. Mobiltelefon ist eh meist mucksmäuschen still. Nur das Internet bauche ich dann doch, aber immer noch meist nur aus privaten Zwecken, keine Büroarbeit! ;)
    Drücke dir jedenfalls die Daumen beim Entschleunigen.
    Schöne Ferien, Alex

  2. Ich bin gespannt, ob das Experiment gelingt.
    Bei mir würde das sicher nicht klappen, denn meine Familie hält mich regelmäßig davon ab im Urlaub zur Ruhe zu kommen ;-).