Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Bester Deutscher Meister aller Zeiten: Borussia Rekordmund – SC Freiburg 4:0 (4:0)

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Vor dem letzten Saisonspiel gegen den SC Freiburg hatte Trainer Jürgen Klopp die Qual der Wahl. Er stand vor der schwierigen Aufgabe, 18 Spieler zu nominieren, die im Westfalenstadion in der ersten Elf oder auf der Ersatzbank Platz nehmen zu dürfen.

Denn mit Ausnahme von den Verletzten Julian Koch und Patrick Owomoyela waren alle Fußballer einsatzbereit und jeder wollte zum Abschluss der Spielzeit mit von der Partie sein. Außerdem war der Bundesliga-Rekord in greifbarer Nähe: noch nie seit Gründung der Bundesliga war es einer Mannschaft gelungen, die magische Grenze von 80 Punkten zu durchstoßen. Ein Sieg gegen den SCF würde die Punkte 79, 80 und 81 für den BVB bedeuten. Doch bis dahin war es noch ein großes Stück Arbeit – wenn auch Stunden vor dem Anpfiff eine meisterliche Stimmung durch den Rund des Fußballtempels in Dortmund wehte.

Und diese meisterlich-feierliche Stimmung wurde vor dem Anpfiff noch weiter gesteigert. Der BVB hatte den 34. Spieltag als „Fahnentag“ proklamiert und viele, viele Fans waren diesem Aufruf gefolgt: ein Fahnenmeer hat die meisterliche Mannschaft empfangen. Und Tränen gab es auch. Und zwar als Florian Kringe, Antonio da Silva und Lucas Barrios unter dem Beifall der Zuschauer verabschiedet worden sind.

Jürgen Klopp beendete die Rotation der Vorwoche (5:2 in Kaiserslautern) und vertraute den etablierten Spielern. Unter anderem spielten Neven Subotic und Kevin Großkreutz von Beginn an und Robert Lewandowski stürmte in erster Reihe. Es dauerte bis zur fünften Minute, ehe das erste Dortmunder Tor zu bejubeln war. Ilkay Gündogan legte perfekt für Jakub Blasczykowsky auf, der seinen fünften Treffer markierte.

Und Kuba war es auch, der in der 18. Minute den zweiten Treffer auf dem Fuß hatte, aber deutlich über den Kasten zielte. Doch ein anderer Pole machte es in der 20. Minute besser. Robert Lewandowski traf in Weltklasse-Manier zum 21. Mal in dieser Saison – 2:0. Sechs Zeigerumdrehungen später spielte erneut Polonia Dortmund. Lukas Pisczek spielte Lewandowski an, der zum 3:0 vollendete – Saisontreffer 22 für den Torjäger.

Das 4:0 war erneut polnischer Herkunft. Einen wunderbaren Pass von Kagawa konnte Kuba über den Freiburger Schlussmann zu seinem zweiten Tor in dieser Begegnung nutzen (38.). Der Halbzeitstand von 4:0 in einem mehr als einseitigem Spiel war ein wahres Ruhekissen für meine in den vergangenen Wochen mehrfach stark strapazierten Nerven – selten habe ich eine Begegnung des BVB entspannter verfolgt als an diesem heutigen Tag.

Mario Götze durfte nach 53 Minuten ins Spiel und wurde gegen Lukas Pisczek ausgetauscht. Der BVB schaltete in Hälfte 2 ein paar Gänge zurück, doch Chancen gegen Freiburg gab es trotzdem. Unter anderem einen Pfostentreffer von Lewandowski (59.). Kagawas Einsatz war nach 65 Minuten beendet. Der Japaner wurde mit standing ovations verabschiedet und gegen Ivan Perisic ausgetauscht.

Spektakulär wurde es in der 66. Minute. Neven Subotic lupfte auf Lewandowski, der den Ball zum achten Mal in dieser Saison an die Querlatte spielte – der 23. Aluminiumtreffer des BVB übrigens. Weil sich auf dem Platz inzwischen nicht mehr so viel Spektakuläres tat, sorgte das Publikum für die Unterhaltung. Angeführt von 8.000 Freiburger Fans schwappte ab der 70. Minute die La Ola durch das Westfalenstadion.

Die letzte Einwechslung gebührte Lucas Barrios. Der Stürmer, der in dieser Saison überwiegend nur zweite Wahl gewesen ist, wechselt bekanntlich nach der Saison nach China und durfte ab Minute 81 für Kuba ins Spiel. Wenn Borussia Dortmund schon 81 Punkte eingespielt hat, sollten es auch passenderweise 81 Treffer auf dem Konto sein. Leider klappte dieses Vorhaben nicht – aber das ist auch Jammern auf hohem Niveau 🙂

81 Punkte in 34 Spielen sind genauso ein neuer Rekord in der Liga wie eine ungeschlagene Rückrunde mit bisher von keiner Mannschaft erreichten 47 Punkten, die Borussia Dortmund erst als dritte Mannschaft überhaupt gelang. Und die 28 Spiele in Serie ohne Niederlage sind ebenso unerreicht. Wahnsinn!

„Wer die Schale verdient, darf sie auch behalten“ – diese Fußballweisheit von Sky ist das Schlusswort unter eine wunderbare Dortmunder Bundesliga-Saison 2011/2012, die mit einem Bündel an Emotionen für mich heute Nachmittag begann (als gegen 14 Uhr auf Sky „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen mit den Bildern vom 2:0-Sieg gegen Gladbach und der erneuten Schale für den BVB lief) und mir die ersten Tränen der Rührung in die Augen getrieben hat. Und der Bundesliga-Tag endete am späten Nachmittag erneut voller Emotionen, als Kapitän Sebastian Kehl die Meisterschale in den Dortmunder Himmel recken durfte.

Borussia Dortmund. Echte Liebe.

Jetzt dauert es unglaubliche 111 Tage lang, ehe die neue Saison in der Bundesliga startet. Erst am Freitag, 24. August wird der BVB als alter und neuer Meister die Spielzeit am Abend eröffnen.

Autor: Marc

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4 Kommentare

  1. Schöner Beitrag und herzlichen Glückwunsch an den BVB. Selten ist eine Mannschaft so verdient Meister geworden.

  2. Pingback: Endlich erhältlich: Borussia, schenk´ uns die Schale von Norbert Dickel > Borussia Dortmund, Musik > Download, MP3, Norbert Dickel, Video, YouTube

  3. 81 Punkte.
    47 davon in der Rückrunde.
    Und 28 Spieltage in Folge ungeschlagen.
    Das sagt nur eines aus: diese Meisterschaft ist mehr als verdient – Hut ab und Gratulation!

  4. Pingback: Der Song im Meistervideo 2012 von Borussia Dortmund: Birth of a Hero > Borussia Dortmund, Musik > BVB, Meister 2012, Meisterschaft, Two Steps From Hell, YouTube

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