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Und schon wieder Deutscher Meister! Borussia Dortmund – Borussia Mönchengladbach 2:0 (1:0)

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Schon zum vierten Mal ist das Borussen-Duell zwischen Dortmund und Mönchengladbach das Top-Spiel am Samstagabend gewesen. Und für den BVB konnte es zur vorzeitigen Meisterkrönung werden.

Es hätte einer der kuriosesten Konstellationen der Bundesliga werden können. Wenn die Spieler von Borussia Dortmund am Samstag Nachmittag gegen 17:20 Uhr das Westfalenstadion betreten, hätte der BVB bereits als Deutscher Meister feststehen können. Die Voraussetzung wäre ein Sieg oder Unentschieden von Werder Bremen im Heimspiel gegen Bayern München.

Doch Bayern München erwies sich als Spielverderber. Nach zwischenzeitlichen Rückstand konnte München dank eines Eigentores ausgleichen und in der 91. Minute sogar den Siegtreffer bejubeln. Während viele Fans des BVB mit diesem last minuute – Sieg nicht zufrieden waren, habe ich mich gefreut. Denn es ist um Längen schöner, mit einem Sieg sich selbst zum Meister zu küren, statt auf fremde Schützenhilfe angewiesen zu sein.

Trainer Jürgen Klopp, der in den vergangenen Tagen nicht müde wurde, auf die Besonderheit der Spielansetzung hinzuweisen und an die sportliche Ehre seiner Mannschaft appelliert hatte, konnte personell fast aus dem Vollen schöpfen. Neven Subotic war wieder fit und spielte anstelle von Felipe Santana. Kevin Großkreutz hatte im Training einen Nasenbeinbruch erlitten und musste passen. Für ihn spielte Ivan Perisic auf der linken Seite. Außerdem spielte Sebastian Kehl für Sven Bender im defensiven Mittelfeld.

Es galt also, sich den Sieg gegen spielstarke Gladbacher zu erarbeiten. Und der äußere Rahmen war gegeben: ein ausverkauftes Haus im Westfalenstadion und das Topspiel des 32. Spieltages boten ein meisterliches Ambiente, in dem Borussia Dortmund glänzen, überzeugen und nach neunzig Minuten als Deutscher Meister feiern wollte. Dazu war allerdings unbedingt ein Sieg erforderlich. Nur dann konnte die Meisterschaft vorzeitig gesichert werden.

Die erste Chance hatte der Gast aus Gladbach. Dortmund hatte Glück, dass der Angriff von Marco Reus in der achten Minute wegen Abseits abgepfiffen worden ist – sonst wäre der Dortmunder Junge durch gewesen… Im Gegenzug wurde ein Schuss von Robert Lewandowski zur Ecke geklärt (9.). Nach 14 Minuten hatte Shinji Kagawa die Gelegenheit zum Führungstreffer, als Jakub Blasczykowsi aufgelegt hatte.

Die Gladbacher versteckten sich keineswegs bei den Schwarz-Gelben und ließen von Beginn an keinen Zweifel, dass sie sich nicht als Kanonenfutter präsentieren und dem BVB stattdessen in die Meistersuppe spucken wollten. Spannend wurde es in der 20. Minute, als Kagawa erst der Ball wegrutschte und der Japaner dann nur den Pfosten getroffen hatte. Auch Lewandowski brachte den Nachschuss nicht im Tor unter. Es war übrigens der 19. Aluminium-Treffer in dieser Spielzeit.

7:0 Torschüsse zugunsten Borussia Dortmund standen nach 23 Minuten auf der Statistik. Dann das 1:0 für den BVB. Nach Freistoß von Marcel Schmelzer von der rechten Seite hielt Ivan Perisic den Kopf hin und erzielte das umjubelte 1:0. Ich war voller Endorphine und entlud meine Anspannung mit einem lauten „Jaaaaaaaaaa“ und prellte mir prompt die Hand beim auf den Tisch schlagen… „Und schon wieder Deutscher Meister, BVB“ hallte durch den Fußballtempel. Zu diesem Zeitpunkt führte Borussia Dortmund uneinholbar mit acht Punkten Vorsprung in der Tabelle. So hatte ich mir das Spiel gewünscht – und nicht mit Schützenhilfe aus Bremen 🙂

Erneut Glück für die Gastgeber nach 33 Minuten, als das runde Leder im Kasten von Roman Weidenfeller zappelte: eine erneute Abseitsstellung der Gladbacher verhinderten den Ausgleich. Mats Hummels hätte in der 37. Minute den Sack zumachen können, doch ter Stegen rettete die Gäste vor dem erneuten Gegentreffer.

Mit dem Schlusspfiff zum Ende der ersten Halbzeit hatte Perisic noch eine gute Gelegenheit, doch bis dahin sollte es beim 1:0 bleiben. Die defensiv starken, aber offensiv äußerst schwachen Gladbacher lagen zur Halbzeit mit 0:1 verdient hinten und durften mit diesem knappen Rückstand mehr als zufrieden sein.

Die zweite Halbzeit schaute ich gemeinsam mit meinem Buddy Micha, den ich schon vergangene Woche für heute auf ein oder zwei oder drei Meisterbier eingeladen hatte. Ohne Veränderungen kehrten beide Mannschaften aus das Spielfeld zurück. Und in der 58. Minute sah es nach einer Entscheidung aus: nach einem Zauberpass von Marcel Schmelzer, der bereits das erste Tor vorbereitet hatte, schnappe sich Kagawa und sorgte mit seinem schnellen Antritt für das 2:0 und eine Vorentscheidung.

Endlich legte sich bei mir die Aufregung und ich konnte den Abend mit Micha – und Bier 🙂 – genießen. In der 73. Minute wurde Ilkay Gündogan gegen Moritz Leitner ausgetauscht. Das Spiel hatte inzwischen etwas nachgelassen, beide Teams schienen sich mit dem Dortmunder Sieg angefreundet zu haben. Und ich wurde in der 76. Minute Augenzeuge der Einwechselung von Mario Götze, der für Kagawa spielen durfte. Außerdem kam Sven Binder in der 88. Minute für Kuba und sollte auch noch seine Meisterkrönung als Feldspieler erleben.

4:4 Torschüsse in der zweiten Halbzeit kurz vor Schluss deuteten an, dass beide Teams in Hälfte zwei mit angezogener Handbremse gespielt habe. Borussia Dortmund dachte bereits an die bevorstehende Krönung als deutscher Meister und Gladbach musste konstatieren, dass heute Abend mehr nicht möglich gewesen ist. So blieb es am Ende beim hochverdienten 2:0 der Schwarz-Gelben.

Wahnsinn, wahnsinn, wahnsinn. Hätte mir vor Saisonbeginn jemand gesagt, dass Borussia Dortmund in dieser Saison den zweiten Meistertitel in Folge einstreicht, hätte ich diesen Menschen in die geschlossene Anstalt einweisen lassen. Aber es ist wirklich wahr. Dieser Sieg beschert Borussia den zweiten Meistertitel in Serie – und das bereits am 32. Spieltag.

Und jetzt ist nur noch Freude. Gänsehaut. Und Stolz auf diese tolle, junge und weiterhin hungrige Mannschaft. Heja BVB!

Autor: Marc

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