Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Rezension: Die Kunst anders zu leben von Chris Guillebeau

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Lebensratgeber gibt es wie Sand am Meer. Wenige sind gut, einige sind mittelmäßig und viele sind – gelinde gesagt – Schund. Doch es gibt auch andere Bücher. Bessere Bücher.

Daher hat das Buch von Chris Guillebeau mein Interesse geweckt. „Die Kunst anders zu leben“ trägt den Untertitel „Erschaffe Deine eigenen Regeln und führe das Leben, das Du Dir wünscht“. Schon dieser Anspruch ist ein hehres Ziel, das zu erreichen einer Sisyphos-Arbeit gleicht. Weil der amerikanische Autor aber schon seit einiger Zeit nach dieser Maxime glücklich lebt, kann also etwas Wahres dran sein.

Die Kunst anders zu leben Chris Guillebeau CoverDie mehr als 260 Seiten des Buches sind in drei Abschnitte aufgeteilt. Der erste Teil („Führen Sie ein besonderes Leben„) erzählt von den Schlafwandlern in unserer Welt. Guillebeau möchte die Armeen von „Schlafwandlern“ aufwecken, die müßig ihren Lebensweg entlang trotten, ohne sich die Frage nach der Veränderung stellen. Er kann nicht verstehen, wieso Menschen nur nach dem Motto „Warum soll ich etwas ändern? Das haben wir doch schon immer so gemacht.“ leben und fordert dazu aus, dieses Leben in Frage zu stellen, aus alten Verhaltensmustern auszubrechen und die Mauern der eigenen Angst vor dem Neuen zu durchbrechen.

Auf den ersten 35 Seiten des Buches, im ersten Kapitel, erläutert der Autor die bevorstehende Lese-Reise, erklärt, welchen Nutzen sein Buch stiftet und worin der Mehrwert für den Leser liegt. Diese Art des Schreibens zieht sich durch das ganze Buch und schafft eine Vertrautheit zwischen Schreiber und Leser, die anfangs ungewöhnlich anmutet, dann aber immer besser und besser gefällt.

Der zweite Teil („Selbstbestimmt arbeiten„) widmet sich dem frei bestimmten Leben und Arbeiten und erläutert die Vorzüge des selbständigen Arbeitens im Vergleich zu einer Festanstellung. Der Schriftsteller geht auf die Überbewertung von Geld ein und verdeutlicht, wie unwichtig das Finanzielle ist.

Im dritten und letzten Abschnitt geht es ans Eingemachte. In „Die Macht der Konvergenz“ beschäftigt sich Chris Guillebeau mit dem nonkonformistischen Abenteuer und fordert den Leser auf, der Welt ein Vermächtnis zu hinterlassen. Das Buch schließt mit einer Rubrik „Häufig gestellte Fragen“ und einem Verweis auf umfangreiche Online-Informationen zu dem Thema, die keinen Platz mehr in dem Werk gefunden haben.

Mein Fazit

Zu Beginn des Buches war ich noch skeptisch, ob ich die mehr als 250 Seiten von „Die Kunst anders zu leben„durchhalten werde. Anscheinend bin ich mit meinen 36 Jahren schon zu konservativ und wandlungsscheu. Doch Guillebeau ist es gelungen, mich an die Lektüre und seine Lebensgeschichte zu fesseln.

Wie bei vielen US-amerikanischen „change your life“-Ratgebern spielt auch in diesem Buch das „story telling“ eine große Rolle. Anekdoten, Fabeln und eigene Lebenserfahrungen des Schriftstellers leiten ein Kapitel ein oder unterfüttern Argumentationen. Wer diese Erzählweise mag, kann nach dem Lesen des Buchs aus einem erweiterten Fundus schöpfen. Mir persönlich waren die Geschichten eine Spur zu viel und zu dick aufgetragen.

Auch wenn dieses Buch mein Leben nicht nachhaltig verändern wird – unabhängig davon, ob ich das überhaupt will oder nicht -, so hat es mir viele Impulse zum Nachdenken über mein Handeln und meine Denkweisen gegeben. Schon allein dafür lohnt sich der Kauf.

Für alle Menschen, die sich nachhaltig mit einer Veränderung ihres Lebens und den Lebensumständen auseinandersetzten möchten, bietet „Die Kunst anders zu leben“ einen großen Fundus an Erlebnissen, Ratschlägen, Hinweisen und Tipps zu einem erfolgreichen Start in ein neues und hoffentlich erfülltes Leben.

Autor: Marc

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2 Kommentare

  1. Pingback: Blogparade Sonntagskracher #10: Wie schwer nimmst du das Leben? > Blogparade > Sonntagskracher

  2. Bin auf einer anderen Seite auf das Buch aufmerksam geworden, leider wurde da nicht so ausführlich über den Inhalt erzählt. Danke.

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