Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Mit der Deutsche Bahn und zwei Kids unterwegs

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Am vergangenen Wochenende war ich mit meinen beiden Kids und der Deutsche Bahn unterwegs. Was sich für viele wie der blanke Horror anhört, war für mich ein schönes Erlebnis.

Denn was soll ich sagen? Es hat alles wunderbar geklappt. Schon zwei Wochen vor der Reise habe ich die Bahntickets online gebucht. Dank meiner BahnCard 50 hat mich die Hinreise am Freitag Nachmittag für uns drei inklusive Platzreservierungen in zwei Zügen (ICE und IC) nur 29 Euro gekostet. Und die Rückfahrt am Sonntag hat das sogar noch getoppt: günstige 24 Euro inklusive einer Reservierung im ICE. Da sag noch einer, Bahnfahren sei teuer.


Freitag Mittag hat Anne Liam und Luke nach Düsseldorf zum Hauptbahnhof gebracht, wo ich schon auf die drei gewartet habe. Anders als bei unserer letzten Tour zu dritt (Herbst 2010) ist meiner Süßen der Abschied nicht gerade leicht gefallen. Andererseits konnte sie das Wochenende allein genießen und für ihr Hobby wuseln.

Weil meine beiden Jungs bislang noch nie mit einem ICE gefahren sind, habe ich ihnen diesen Wunsch erfüllt und es ging von Düsseldorf Hauptbahnhof durch das Ruhrgebiet bis nach Hamm. In Hamm mussten wir das erste Mal umsteigen – was mit drei Rücksäcken, einem Trolley und einer großen Reisetasche eine spannende Erfahrung war.

Liam konnte aber als Achtjähriger kräftig mit anpacken und so war es kein Problem. Nach Hamm mussten wir in Altenbeken das letzte Mal umsteigen, dort ging es in die NordWestBahn, die uns nach Ottbergen gebracht hat. In Altenbeken ist der Service am Bahnsteig übrigens vorbildlich. Eine Angestellte der Bahnhofsmission sorgte dafür, dass wir unseren Anschlusszug nicht verpasst haben und half beiden Kindern beim Einsteigen.

Luke empfand unsere letzte Bahnfahrt im Herbst letzten Jahres als sehr strapaziös, aber dieses Mal hielt er fest, dass die Fahrt sehr schnell vorüber gegangen ist und ihm gar nicht so lang vorgekommen ist. Das einzige, was meine Jungs vermisst haben, war die schnelle Fahrt im ICE. Sie hatten Geschwindigkeiten von 250 bis 300 Kilometer pro Stunde erwartet – diese Geschwindigkeit genieße ich bekanntlich regelmäßig auf Dienstreisen auf der Strecke Köln – Frankfurt.

Unser ICE von Düsseldorf Hauptbahnhof nach Hamm hingegen war ein ICE erster Generation, der gemäß Liam „so langsam fährt wie eine S-Bahn.“ Etwas schneller ging es dann zwar doch zur Sache. Allerdings hatte er recht, dass bei regelmäßigen Stopps in Essen, Bochum und der Fußballhautpstadt Dortmund nicht wirklich Streckenrekorde aufgestellt werden können.

Die Rückfahrt von Ostwestfalen ins Rheinland begann für uns am Sonntag nach dem Mittagessen. Meine Eltern hatten vorgeschlagen, dass sie Luke und mich mit dem Auto nach Altenbeken bringen, so dass wir nicht von Ottbergen aus starten mussten. Obwohl mir traurige Abschiedsszenen am Bahnsteig nicht liegen, habe ich eingewilligt.

Luke war ein vorbildlicher Fahrgast und für mich ein angenehmer Begleiter. Er nörgelte nicht und beschäftigte sich angeregt mit seinen Pixi-Büchern und dem iPad. Ich hatte Gelegenheit, in Ruhe zu lesen und zu bloggen – wie zum Beispiel diesen Blogbeitrag.

Insbesondere als sich Luke mit dem iPad vergnügt hat, sorgte er bei den unmittelbaren Sitznachbarn für Schmunzeln. „Süß, nicht wahr?“, wisperte eine ältere Dame ihrem Mann zu, die gemeinsam mit Luke und mir an einem Vierertisch im ICE 1224 von Altenbeken nach Düsseldorf gesessen haben.

Die zweieinviertel Stunden Fahrzeit im ICE vergingen wie im Flug und nachdem wir mit der S8 von Düsseldorf nach Kleinenbroich gefahren sind, waren wir um kurz vor sechs wieder daheim. Es war schon ein komisches Gefühl, nur mit einem statt mit beiden Jungs wieder nach Hause zu kommen. Liam wird aber die 14 Tage bei seinen Großeltern in Ostwestfalen genießen, da bin ich mir sicher.

Autor: Marc

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  3. Ich musste auch zwei Jahre lang im Rhythmus von zwei Wochen jeweils Freitags neun Stunden mit dem Zug durch die BRD fahren um Samstags oder Sonntags die gleiche Strecke wieder zurückzufahren. Immer im Schlepptau von wenigstens zwei Kindern, anfangs noch im Alter von 2 und 3 Jahren, manchmal noch der Große dabei mit 10.

    Klar macht Zugfahren Spaß, vor allem im neuen ICE. Wir passierten während unserer 9-Stunden-Fahrt unter anderem auch immer die Rennstrecke Bonn-Frankfurt. Da macht das Teil in der Spitze in dem ewig langen Tunnel schon mal 320. Kurz vorm Frankfurter Flughafen kommt der ICE dann wieder aus dem Tunnel und man hat geniale Einblick auf den Frankfurter Flughafen – wenn der ICE langsam genug fährt. Ah ja, und um Düsseldorf gibt es ja auch noch nen Flugi. Da haben die Kids mächtig Spaß.

    So schlecht ist die Bahn nicht und so schlimm ist das Reisen nicht – also wenn nicht gerade irgendwo auf der Strecke ausgerissene Kinder auf den Gleisen spielen, eine Gebüschformation an der Gleisstrecke brennt und der Zug nicht passieren kann, die Klimaanlage im Zug nicht ausgefallen ist und es dadurch von der Decke regnet oder man nicht gerade mit Hooligans 570 km fahren muss, oder statt eines neuen ICE unvorhergesehen eins der alten Klapperteile in den Bahnhof einfährt, weil der neue kaputt ist und deshalb der Kinderwagen nicht in den Zug passt. Alles bei uns passiert.

    LG, Die Familienmanagerin

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