Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Im Gipfeltreffen siegt die jüngste BVB-Elf aller Zeiten: Bayern München – Borussia Dortmund 1:3 (1:2)

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Nach dem Spitzenspiel am vergangenen Samstag gegen St. Pauli stand am heutigen Samstag Abend der Klassiker auf dem Spielplan. Erneut musste Borussia Dortmund gegen den Tabellenführer der Rückrunde antreten.
St. Pauli musste diesen Titel bekanntlich nach der Niederlage beim BVB an den FC Bayern abtreten.

Unter der Woche dominierten die Schlagzeilen das Treffen der Giganten. Kevin Großkreutz hatte die Vormachtstellung der Schwarz-Gelben verbal untermauert und auch die Roten verstanden sich im verbalen Konter. Erschwerend kam die Verletzung des bisher tadellos im Tor agierenden Roman Weidenfeller hinzu, der verletzungsbedingt für Mitchel Langerak Platz machen musste. Auch der Einsatz von Kuba stand lange auf der Kippe.

Ich schaute die Partie des Dritten gegen den Ersten daheim mit meinem Buddy Michael, seines Zeichens Bayern-Fan und unseren Söhnen, so dass beide Fan-Lager mit drei zu drei Anhängern paritätisch besetzt waren. Vor der Partie hatte ich nicht nur ob des Ausfalls von Weide kein gutes Gefühl – zu oft gingen die Borussen in Bayern in den letzten Jahren spielerisch und auch vom Ergebnis her unter.

Dank des Einsatzes von Mitchell Langerak (22) stellte der BVB die jüngste Mannschaft in 48 Jahren Bundesliga – Lucas Barrios war mit seinen 26 Jahren der „Opa“ bei den Schwarz-Gelben. Das Spiel begann hervorragend für Borussia. Bastian Schweinsteiger ließ sich den Ball abluchsen, Kevin Großkreutz passte geschickt auf Lucas Barrios, der zum 1:0 einnetzen konnte (9.). Liam und ich sprangen jubelnd durch das Wohnzimmer und waren happy. Sieben Minuten später sprangen unsere bayerischen Fans fröhlich durch die Gegend, denn Gustavo traf zum Ausgleich (16.).

Und das muntere Spiel beider Mannschaften ging weiter. Nuri Sahin traf mit einem sehenswerten Distanztreffer aus 20 Metern zum 2:1 für Dortmund (17.) – wahnsinn, was ein Offensivfußball. Glück für den BVB in der 26. Minute, als einem Treffer von Mario Gomez wegen Abseitsstellung die Anerkennung versagt worden ist. Zwei Minuten später gab es erneute Diskussionen, als Neven Subotic im eigenen Strafraum mit der Hand an den Ball geriet und München vehement einen Handelfmeter gefordert hatte.

Das Treffen des Dritten gegen den Ersten hielt wirklich das, was es vor der Partie versprochen hatte. Packende Zweikämpfe, starke Offensivaktionen und zahlreiche Torszenen – das machte Spaß! Und mir war schon nach vierzig Minuten klar, dass das Spiel nicht 1:2 enden würde, da beide Mannschaften bissig zu Werk gingen. Bis zur Halbzeit hielt die knappe Führung der Gäste aus Westfalen stand. Unter dem Strich stand nach 45 Minuten ein unterhaltsames, hochklassiges Topspiel, das alles hielt, was es vor der Partie versprochen hat.

Die jüngste Bundesliga-Mannschaft von Borussia Dortmund in der Bundesliga-Geschichte wusste an der Isar zu gefallen. Mitchell Langerak wurde in seiner ersten Halbzeit beim Bundesliga-Debüt wenig gefordert. Nach der Pause setzte sich das muntere Spiel fort. Die erste dicke Chance hatte wiederum der BVB nach 59 Minuten, als Mario Götzes Kracher von Kraft zur Ecke entschärft werden konnte. Gegen den kräftigen Kopfball von Mats Hummels hatte Kraft dann aber keine Chance – 3:1 (60.).

Was dann folgte, war nur noch: Freude. Ich hatte niemals erwartet, dass Borussia Dortmund so deutlich dominiert. Allerdings war auch ein wenig Glück in der ersten Halbzeit im Spiel, wenn ich an die brisanten elfmeterreifen Situationen im Dortmunder Strafraum denke. Lucas Barrios wurde in der 74. Minute gegen den wieder genesenen Kuba eingewechselt. Und nach 82 Minuten kam Antonio da Silva für Kevin Großkreutz ins Spiel. Bis dahin plätscherte die Partie vor sich hin und München schien sich seinem Schicksal ergeben zu haben.

In der 84. Minute rettete Pranjic für den schon geschlagenen Kraft in letzter Sekunde auf der Linie – das hätte das 4:1 für den Ersten der Liga sein können. Zu einem bemerkenswerten Comeback kam es in der 89. Minute, als Sebastian Kehl nach langer Verletzungspause für den überragenden Nuri Sahin eingewechselt worden ist. Eine wunderbare Geste von Jürgen Klopp.

Nach 93 Minuten gab es um 20:25 Uhr endlich den lang ersehnten Abpfiff und der BVB-Sieg war besiegelt. Borussia Dortmund hat seit mehr als zwanzig Jahren in der Bundesliga nicht mehr in München gewonnen – im Jahr der möglichen Meisterschaft 2011 ist das eine hervorragende Leistung, auf die die Schwarz-Gelben mehr als stolz sein können. Insbesondere vor dem Hintergrund dieser jungen Elf, die Jürgen Klopp auf den Platz geschickt hat.

Jürgen Klopp büßte übrigens bei dem Sieg, der den Abstand auf die Münchener auf 16 Punkte in der Tabelle vergrößert hat, seine Brille ein, als er in der Jubel-Traube um den Debütanten Mitchell Langerak eingetaucht war. Übrigens hat der FCB unter Louis van Gaal noch nie drei Gegentore in einem Heimspiel hinnehmen müssen.

Ein Bonmot zum Schluss: „Es fällt mir kein Satz ein, in dem das Wort nicht vorkommt, das wir nicht sagen dürfen.“ Mats Hummels gegenüber „Sky“ zu den Saisonzielen des BVB.

Autor: Marc

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5 Kommentare

  1. Pingback: Spitzenreiter Borussia Dortmund (BVB) gewinnt gegen den Viertplatzierten FC Bayern München (FCB) verdient mit 1:3 » Pottblog

  2. Mehr ist wohl wirklich nicht zu sagen. Herzlichen Glückwunsch an den BVB zum Titelgewinn.

  3. Also ich weiss nicht wieviel Artikel ich seit Sonntag über genau dieses Spiel gelesen habe aber Deiner gehört zu den besten. Zum Spiel kann ich als roter nicht viel dazu sagen außer: Meister werden wir dieses Jahr nicht mehr …

    Ich finde man kann jetzt schon, zumindest leise, dem BVB zur Meisterschaft gratulieren.

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