Ein Ostwestfale im Rheinland

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Testbericht: Smartphone LG Optimus P500 One

| 13 Kommentare

Gute Mittelklasse-Smartphone mit einem Android-Betriebssystem sind derzeit Mangelware auf dem Markt. Seit Oktober 2010 ist das anders, denn vor zwei Monaten hat LG Electronics das LG P500 OPTIMUS One auf den Markt gebracht.

Dank ciao.de hatte ich in den vergangenen drei Wochen die Gelegenheit, das erste Mal ein Smartphone aus dem Hause LG ausgiebig zu testen.

Das Unboxing

Die erste Überraschung kam mit dem DHL-Paketboten ins Haus. Der Päckchen-Karton war deutlich überdimensioniert, denn das Telefon steckte mit dem gesamten Zubehör und dem Benutzerhandbuch in einem winzigen 12 x 9 x 5,5 cm „großen“ Karton.

Im Einzelnen umfasst der Lieferumfang

  • Handy
  • Akku
  • Ladegerät
  • Datenkabel
  • 2 GB Speicherkarte
  • Headset
  • Bedienungsanleitung

Die ersten Schritte

An einem Montag Abend nach 23 Uhr habe ich mich ausgiebig meinem neuen
Telefon gewidmet und bin erst gegen halb eins nachts zu Bett gegangen – so sehr zog mich das Smartphone in seinen Bann. Bereits zu Beginn zeigte sich, dass LG vieles richtig gemacht hat. Das Telefon ist intuitiv bedienbar. Die Ersteinrichtung ging flott von der Hand – dank meines bereits bestehenden Google Accounts, der sich bereits mit meinem alten Smartphone, einem Motorola Milestone, bewährt hat.

Gleich zu Beginn lernte ich die Vorzüge von Android 2.2 kennen – bislang war ich auf meinem Milestone nur mit Android 2.1 unterwegs – und zwar direkt im Android Market. Android meldete mir drei Updates der Apps und anders als unter 2.1 starteten alle drei Updates automatisch. Genial!

Als nächstes änderte ich die Eingabemethode. Die voreingestellte LG-Tastatur entspricht überhaupt nicht meinen Gewohnheiten, so dass ich erst auf die Android-Tastatur und dann auf meine lieb gewonnene und frisch neu installierte SwiftKey App zurückgegriffen habe.

Schon nach wenigen Minuten mit dem neuen Smartphone zeigt sich, dass das LG Optimus One P500 sehr smooth mit Android 2.2 harmoniert und das Arbeiten flott vonstatten geht. Beim Wechseln zwischen den Apps geht alles sanft und zügig vonstatten, nichts hakt und ruckelt.

Der Homescreen vom LG Optimus One war für mich gewöhnungsbedürftig. Doch nachdem ich von Gilly, der für das LG Blog schreibt und das Optimus One auch getestet hat, per Twitter den Tipp erhalten habe, den Standard-Homescreen von LG gegen LauncherPro auszutauschen, lief es besser und ich fühlte mich direkt wie zu Hause.

Am nächsten Tag habe ich das LG Optimus P500 einen ganzen Tag lang ohne Unterbrechung verwendet, um es einem Belastungstest zu unterziehen. Bereits früh morgens wurden die E-Mails gecheckt und die ersten Tweets abgesetzt. Auf dem Weg zum Bahnhof habe ich bei erschwerten Bedingungen – schummeriges Licht und Schnee – das erste Foto gemacht. Ebenso habe ich mich das erste Mal der Einrichtung der Klingeltönen gewidmet..

Sehr gelungen ist beim LG Optimus One die Einbindung der WLAN-, Bluetooth-, GPS- und 3G-Steuerung, die auf dem Homescreen einfach durch einen „Wisch“ bzw. ein „Ziehen“ von der oberen Ecke des Dispays nach unten aufgeklappt wird.

Im Folgenden gehe ich auf verschiedene Aspekte des Smartphones detaillierter ein.

Die Hardware

Das LG P500 Optimus One ist 60 mm breit, 114 mm lang sowie 14 mm schlank und bringt 129 Gramm auf die Waage. Damit zählt es eher zu den kompakteren Vertretern seiner Zunft.

Der Vergleich zwischen meinem Motorola Milestone und dem LG macht es deutlich:


Das LG Smartphone verfügt über 3,2 Zoll-Display, das die Vorderseite des Telefons dominiert. Der Bildschirm bietet eine Auflösung von 320 x 480 Pixeln, eine Farbtiefe von 16 Bit (65.536 Farben) und überzeugt mit klaren, gestochenen Farben. Die Stärken des Displays kommen insbesondere beim Betrachten von Videos zur Geltung. Ein Youtube-Video auf dem LG anzuschauen ist ein wahrer Augenschmaus! Der Touchscreen ist kapazitiv und somit auch multitouch-fähig.

Im unteren Bereich befinden sich links die kontextbezogene Optionen-Taste und rechts die von Android-Smartphones bekannte „Suchen“-Taste mit der Lupe als Symbol. Zwischen diesen beiden Tasten befindet sich die abgesetzte und hervorgehobene „Doppeltaste“ mit dem „Home“-Symbol, um direkt auf den Android-Homescreen zurückzukehren und die „Zurück“-Taste.

Alle vier Tasten sind gut zu erreichen und haben einen exakten Druckpunkt. An den Seiten des LG findet sich rechts nur eine Kipptaste zur Regulierung der Lautstärke für Klingeltöne bzw. die Medienlautstärke. Oben ist auf der rechten Seite der Ein- und Ausschalter beheimatet, während links die Kupplung für Kopfhörer/Ohrstöpsel liegt. Unten am Handy befindet sich der Zugang, um das Telefon per USB-Kabel aufzuladen bzw. Daten zu synchronisieren. Der Micro-USB-Anschluss verfügt über eine Übertragungsrate von 480 MBit/s.

Die maximale Bereitschaftszeit des Telefons ist mit 450 Stunden und die maximale Sprechzeit mit 5 Stunden angegeben.

Die Software

Auf dem LG kommt bereits das Android Betriebssystem 2.2, auch unter dem Namen Froyo bekannt, zum Einsatz. Während mehr als jeder dritte Android-Benutzer noch mit dem veralteten Android 2.1 unterwegs sind, können die LG P500-Käufer direkt mit der aktuellsten Version aus dem Hause Google durchstarten. Darüber hinaus kann dank Android auf mehr als 30.000 Apps aus dem Anroid Market zugegriffen werden.

Google & Co.

Das Synchronisieren des Google Accounts ist wirklich simpel: Mit dem Optimus One werden E-Mails, Termine und Kontakte aus dem Google-Konto immer auf dem neusten Stand gehalten.

A-GPS Empfänger und Google Maps

Das LG verfügt über einen A-GPS-Empfänger, der eine deutlich schnellere Methode zur Positionsbestimmung als die herkömmliche GPS-Technik bietet. In Kombination mit der kostenlosen Google Maps Navigation entsteht so ein leistungsstarkes Navigationssystem, das es mit den Tom Toms und Navigons dieser Welt locker aufnehmen kann.

Das Radio und die Ear Ins

Das LG Smartphone wird von Werk aus mit Ohrhörern geliefert. Diese Ear ins dienen gleichzeitg als Antenne für die ebenfalls werkseitig vorhandene App „Radio“, bei der es sich um ein klassisches UKW-Radio handelt, das bei manchem Hightech-Telefon aus mir unverständlichen Gründen nicht vorhanden ist und oftmals schmerzlich vermisst wird.
Der Klang der Ohrhörer ist sowohl bei der Nutzung des Radios als auch beim Abspielen von MP3-Dateien glasklar.

Die Kamera

Das LG kommt mit einer 3 Megapixel-Kamera daher, die sowohl Fotos als auch Videos aufnehmen kann. Die Kameraauflösung ist mit 2048 × 1536 Pixel angegeben.

Exemplarisch ist hier eine Bildergalerie mit Fotos an unterschiedlichen Orten bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen und unterschiedlichen Zoomstufen:

Darüber hinaus findet sich hier ein Video, das ich mit dem LG aufgezeichnet habe – weitere Videos können hier und hier angeschaut werden:

Sehr cool gelungen sind die verschiedenen Aufnahmemodi, die unter „Einstellungen“ bei der Kamera ausgewählt werden kann. Insbesondere der „Cartoon“-Modus hat mich begeistert:

Was ich kameraspezifisch vermisse, ist ein Knopf an der Seite des Handies, mit dem ich die Kamera direkt aktivieren kann. Darüber hinaus fehlt der Kamera ein Blitz, was Innenaufnahmen bei schummerigem Licht erschwert bzw. unmöglich macht. Dass die Kamera statt eines optischen nur einen digitalen Zoom hat, kann ich hingegen verschmerzen.

dDie Kamera ist nicht die eierlegende Wollmilchsau, aber für ein Telefon dieser Preiskategorie efinitiv keine Enttäuschung.

Das Telefon

Ich hätte es fast vergessen. Telefonieren kann man mit dem Smartphone auch. Und das in einer für mein Empfinden sehr guten Sprachqualität. Der Anrufer ist kristallklar zu verstehen und gleiches bestätigte mir auch mein Telefonpartner am anderen Ende der Leitung. Im LG Optimus One P500 ist übrigens ein Lautsprecher eingebaut, der das Telefonieren darüber genauso ermöglicht wie über ein eingestöpseltes Headset.

Mein Fazit nach drei intensiven Testwochen

Ich habe im Dauereinsatz alles mögliche mit dem LG Handschmeichler getan: getwittert, meine Facebook-Statusmeldungen abgesetzt, mit der S-Banking-App meinen Kontostand überprüft, mit Foursquare an verschiedenen Plätzen eingecheckt, mit Shazam mir bis dahin unbekannte Musikstücke identifiziert, dank Google Maps den Weg zum Handball-Training meines Sohnes gefunden, E-Mails gelesen und geschrieben und … telefoniert!

Denn das wird oft und gern vergessen: telefonieren kann man mit dem LG Optimus One P500 auch. Und zwar in guter Klangqualität und ohne Probleme. Sei es klassisch mit dem Ohr am Telefon, mit den eingebauten Lautsprechern oder per eingestöpseltem Headset.

Wo viel Licht ist, gibt es allerdings auch ein wenig Schatten: Mir fehlt ein Knopf an der Seite des Smartphones für die Kamera. Darüber hinaus vermisse ich eine LED, die lautlos auf neue E-Mails oder andere Benachrichtigungen hinweist.

Trotzdem bin ich mehr als zufrieden. Das Smartphone aus dem Hause LG hat den Alltagstest mit Bravour bestanden und wird von mir all denjenigen empfohlen, die den Einstieg in die Android-Welt mit einem gut ausgestatteten Telefon wagen möchten.

Habt Ihr weitere Fragen zu dem Smartphone? Einfach in den Kommentaren melden, ich antworte umgehend.

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Google-Fan, Sony Xperia Z5 compact, ipad mini 2, BlackBerry Classic, Android, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

13 Kommentare

  1. Hi!

    Ich habe selbst auch schon einen Testbericht über das P500 verfasst. Deiner ist bei weitem ausführlicher. Ich stimme dir da absolut zu, das LG P500 ist ein super Android Smartphone, besonders für den Preis!

    Mir sind allerdings noch ein paar weitere Kleinigkeiten aufgefallen. Teilweise ist das Interface auf französisch. zB die Schaltfläche für das Hinzufügen eines neuen Termins. Auch an anderen Stellen noch. Und die Standard Android Tastatur hat kein Wörterbuch. Aber dafür habe ich schnell eine Lösung gefunden. Die LG Tastatur gefällt mir auch nicht, da stimme ich dir zu.

    Super Gerät, super Beitrag. Gefällt mir beides sehr gut! 😉

    Viele Grüße

    Florian

  2. Hey!

    kannst du mir sagen ob ich beim LG p500 irgendwie das internet sperren kann, so das es sich nicht von selbst updated, bis ich eine inetnet-flat habe?

    • Das einfachste ist es, die die Internet-Zugangspunkte von Deinem Provider auf dem LG zu löschen.

      Dann ist sichergestellt, dass das Smartphone nur noch über WLAN ins Net kann.

    • Man braucht die APN nicht mal löschen 🙂

      Einstellungen–>Drahtlos&Netzwerke–>Mobile Netzwerke

      Da bei Daten das Häkchen weg machen. Das lässt sich auch über das Energiesteuerungswidget machen:)

  3. Hey, cooler Bericht.

    Das P500 ist schon nicht schlecht.. Bald soll das neue LG Optimus P990 heraus kommen. Das hat dann Android 2.2 und nen Tegra 2 Prozessor. Was haltet ihr davon?

    Grüße

    Sergej

  4. Hey

    Kann mir jemand sagen wie ich die Akkuleistung meines P500 erhöhen kann. Mein Akku ist nach einem Tag immer schon leer.

  5. Habe sehr schlechte Erfahrungen im GPS-Betrieb gemacht. Bei einem 10 Tage-Test mit zwei Geräten hatte ich zu 60% keinen GPS-Empfang. Dabei spielte die Standortbestimmung via WiFi keine Rolle. Kannn vom Kauf dieses Smartphones nur abraten!

    • Diese Erfahrung kann ich nicht bestätigen.

      Ich habe mit Gowalla, Foursquare und Google Maps ausgiebig das GPS getestet und hatte immer guten Empfang.

      • Sobald ich die Hauptstadt verlasse und ins Umland fahre, gibts nur noch auf 30% der Strecke GPS. Für nichtortskundige ein Horrortrip.

  6. für diesen Preis bin ich sehr zufrieden,vermisse an der Tastatur den fehlenden Cursor abermehr als schmerzlich!Kann jemand eine ganz normale Tastatur MIT CURSOR empfehlen,dann wäre das Gerät wirklich gut

  7. kann mir jemand sagen warum die app google mail nicht funktioniert?
    bekomme nur die meldung.: ihre e-mail wird in kürze angezeigt
    …warten auf syncronisierung…
    leider passiert aber nichts…

  8. wie kann ich die vorinstallierten Lesezeichen löschen?????

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