Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Gartenpumpe und andere Pumpen: Schlauch auf Tülle aus Messing schieben

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Was ist das für eine sinnfreie Überschrift, wird sich der eine oder andere denken. Aber so ging es mir am Mittwoch Abend. Nachdem ich fünf Abende am Stück im Gartenhäuschen mit der Gartenpumpe verbracht hatte und kurz vor dem Nervenzusammenbruch stand, war ich endlich erfolgreich: der Ansaugschlauch war luftdicht an die Gartenpumpe angeschlossen und die Pumpe arbeitete einwandfrei und förderte kaltes, klares Wasser aus vier Meter Tiefe.

Aber der Weg dorthin war lang. Sehr lang. Alles fing vor einer Woche an. Mein Ansaugschlauch war gerissen und nicht mehr zu verwenden. Weil der Durchmesser des Schlauches 7/8 Zoll (ja, das gibt es wirklich) betrug, gestaltete sich auch eine Ersatzinvestition schwierig. Keiner der bekannten Baumärkte von Hagebau über OBI bis hin zu Praktiker konnte helfen. Also habe ich einen neuen Ansaugschlauch über amazon.de gekauft und an das Hauswasserwerk angeschlossen. Das klappte leider nur mit mäßigem Erfolg, weil das Innengewinde vom Schlauch zu kurz war und trotz Teflonband-Umwicklung nicht dicht gehalten hat. Aber ich konnte zumindest Wasser fördern.

Bis zum folgenden Tag. Denn dann zerfetzte es das Hauswasserwerk. Plötzlich tropfte nicht nur der Ansaugschlauch, sondern auch die Pumpe. Nach vier Jahren quittierte das Hauswasserwerk seinen Dienst und es musste auch hier eine Ersatzinvestition her. Also fix am Donnerstag Abend vergangener Woche eine Gardena-Gartenpumpe bestellt, die passend zum Wochenende geliefert wurde. Doch damit gab es das nächste Problem: das Gewinde war wiederum unpassend und ich musste erneut improvisieren. Meine Nerven, die sonst aus Drahtseilen bestehen, waren inzwischen hauchdünn.

Rettung nahte in Form des heimischen Hagebaumarktes. Am Mittwoch Morgen schilderte ich einem Angestellten meine Odyssee und er ließ Hoffnung in mir aufkeimen: ja, das Gewinde beim Ansaugschlauch sei eindeutig zu kurz. Kein Wunder, dass der Schlauch nicht dicht sei. Besser geeignet sei eine „Schnellkupplung„. Prima, eine Schnellkupplung muss her. Leider nicht beim Hagebaumarkt, denn dort war die vor Tagen bestellte Lieferung von Gardena noch nicht eingetroffen. Also ab zum Praktiker, wo es das Produkt ebenfalls zu kaufen gibt. Abgehetzt und glücklich hielt ich am Mittag zwei Schnellkupplungen in der Hand – und freute mich zusätzlich über die „25 Prozent auf alles ohne Stecker“-Aktion des Baumarktes.

Leider währte meine Freude nicht lang: abends sah ich mich vor die Herausforderung gestellt: wie bekomme ich eine 1 Zoll-Messing-Tülle in das Schlauchende eines 1 Zoll-Gartenschlauches? Mir war vorher schon klar, dass Wärme ausdehnt, also versuchte ich, den Schlauch mit heißem Wasser zu weiten. Aber das reichte nicht aus. Also befragte ich verzweifelt Google und Twitter. Letzteres brachte mich weiter. Innerhalb einiger Minuten hatten sich zwei Experten herauskristallisiert, die mir die Kombination „Heißluftpistole“ und „Vaseline“ empfehlen konnte.

Und siehe da: es funktionierte! Der heiss erwärmte Schlauch flutschte regelrecht auf die Tülle aus Messing und vereinigte sich in nullkommanichts zu einem Ganzen. Herrlich! Rasch noch eine Schelle um die Messingtülle und den Schlauch geschraubt und die Schnellverschraubungen an der Pumpe arretiert – fertig war die Laube! Belohnt wurde ich abschließend mit einer zufrieden glucksenden Gartenpumpe, die kaltes, klares Wasser zutage fördert und unseren neuen Pool mit sage und schreibe 982 Litern Wasser befüllt hat.

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